Zum zweiten Mal dieses Jahr trat der Männerchor Buchs AG (MCB) zu einem Jubiläumskonzert an. Hatte er sich beim ersten Mal, beim Kirchenkonzert im Mai, mit einem Frauenchor ad hoc zusammengetan, hatte er diesmal als Gastchor den Sängerbund Buchs SG (SBB) eingeladen.

Das Konzert im fast vollbesetzten Gemeindesaal eröffnete der einheimische Chor mit der ergreifenden Hymne „Nkosi sikelel’iAfrika“, Gott segne Afrika, was man diesem Kontinent nicht genug wünschen kann. Mit dem zügigen Marschlied „La Fanfare du printemps“, das auch bei Herbstwetter aufmuntert, waren die Sänger wieder zurück in der Schweiz und mit „De Heiri het es Chalb verchauft“ in Zürich angelangt. „Oklahoma“, ein Ohrwurm aus dem gleichnamigen Musical, brachte Amerika-Stimmung in den Saal, worauf „La Canzun“ aus dem Bündnerland gleich in drei Landessprachen vorgetragen wurde. Mit „Che Sarà“, aus unserem südlichen Nachbarland, schloss der MCB den ersten Teil, für den er mit gewaltigem Applaus bedankt wurde und gab die Bühne frei für die Gäste aus der Ostschweiz.

Das erste Lied des Sängerbunds Buchs SG „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“, wirkte nach dem gehabten Hitzesommer fast ein wenig ironisch und regte zum Schmunzeln an. Das lustige „Paris“ (Wise Guys) durfte keinesfalls fehlen bei einem Konzert mit Liebesliedern, auch wenn es leider mit der ‚amour‘ nicht ganz geklappt hat. Geheimnisvoll hoben die SBB-Sänger dann mit „Major Tom“ ab ins Weltall, um mit Polo Hofers „Kiosk“, bei dem sie auch optisch im Einsatz waren, wieder bodenständige Stimmung in den Saal zu zaubern. Mit „La Montanara“ entführten sie darauf das Publikum ins italienische Gebirge. Im Gospel „Low down the Chariot“ konnten die Sänger des SBB nochmals ihre tollen Bässe und Tenöre brillieren lassen. Damit schlossen sie den zweiten Teil und wurden mit tosendem Applaus bedankt.

Gewaltig dann der dritte Teil, als beide Chöre gemeinsam antraten. Da standen wieder einmal fast 60 Sänger auf der Bühne, schon optisch eindrucksvoll. Und mit gewaltig dosierter Stimmkraft intonierten sie zuerst das romantische Liebeslied von Peter Reber und Nella Martinetti „Io senza te“, um dann mit „Chanson d’amour“, bekannt von den Manhatten Transfer, noch einen drauf zu setzen. Sehr fein vorgetragen darauf das triste Liebeslied „O’ra Valmaggina“ aus dem Maggiatal. Am nächsten, temperamentvoll dargebotenen „Ein ehrenwertes Haus“ hätte sicherlich Udo Jürgens grosse Freude gehabt. Das von den Beatles bekannte „When im Sixty-Four“ bekam in der Mundartversion von Franz Hohler eine ganz neue, packende und humorvolle Seite, auch wenn wohl die Mehrheit der Vortragenden jenseits der „sixty-four“ waren. Zu einem letzten Höhepunkt wurde die einfühlsam vorgetragene Liebes-Ballade „You Raise Me Up“ (Graham/Lovland). Der Applaus war so gewaltig, dass die vereinigten Chöre unmöglich ohne eine Zugabe von der Bühne gehen konnten. Sie bedankten sich beim Publikum mit dem mitreissenden Lied „Siyahamba“, wodurch sich der Kreis schloss: Afrika am Anfang – Afrika am Ende. Der überwältigende Schlussapplaus galt insbesondere auch den beiden Dirigenten, Daniel Willi (MCB) und Christian Büchel (SBB), Edith Widmer, die einfühlsam durch das Konzert geführt hatte, sowie Carlos Rojas am Flügel und Pius Schürmann an der Gitarre. Nach anderthalb Stunden war es Zeit für den offerierten Apéro, bei dem man die empfangenen Eindrücke austauschte. Dann nahte der Abschied: Die Gäste aus Buchs SG, die zu diesem Jubiläumsbesuch auch ihre Frauen und Partnerinnen mitgebracht hatten, waren am Vorabend vom gastgebenden Chor zu einem gemeinsamen Nachtessen eingeladen gewesen, bei dem beide Chöre fröhliche Lieder hatten erklingen lassen. Beim Verabschieden war man sich einig: dies war der erste, aber sicher nicht der letzte gemeinsame Auftritt der befreundeten Chöre aus Buchs AG und SG. Dann winkten die Buchser von hier lange dem Car hinterher, der die Buchser von dort nach Hause fuhr.

Bericht von Aaron Geissmann