Kürzlich trafen sich die Leiterinnen und Leiter des Turnvereins St. Martin Mümliswil zum traditionellen Leiterhock. Und auch in diesem Jahr hatten sich Jacqueline Zuber und Corinne Meister im Vorfeld minutiös um das Thema und die Organisation des Anlasses gekümmert - wie immer wurde natürlich nichts verraten. Mit einem Kleinbus und einem geräumigen Privatwagen bestückt setzte sich die höchst motivierte Karawane Richtung Unbekannt in Bewegung.  Bereits an der Autobahnauffahrt in Oensingen war klar, es geht Richtung Osten. Und als dann in Zürich der Weg nach Chur eingeschlagen wurde, war es Urs als ehemaligem Bewohner der Alpenstadt kurzzeitig recht warm ums Herz. Bis Chur ging es dann nicht ganz, das Ziel der Fahrt waren die Sommer-Sprungschanzen in Einsiedeln. Einigen schwante bei diesem Anblick Böses. Vor Ort wurde die Gruppe jedoch zuerst von einem netten Herrn begrüsst, welcher den Leiterinnen und Leitern mit grossem Elan bei einem Rundgang die Schanzenanlagen näher brachte und auch das Skispringen anschaulich erklärte. Den Hinweis, dass aus unserem Dorf mit Hans Schmid ein Holmenkollen-Sieger stamme, nahm er mit Freuden auf und wir wurde sofort als Skisprungexperten geadelt.

Nach der interessanten Führung ging es dann aber ans Eingemachte. Angesagt war nun „Airboarding“, eine Art Schlitteln auf einem aufblasbaren Schlitteln. Als Schlittelbahn werden in Einsiedeln jeweils der Auslauf der mittleren und der grossen Schanze verwendet, welche vorgängig gut genetzt werden müssen, damit die Schlitten gleiten. Da wir von der Führung her die Steilheit der beiden Schanzen vor Augen hatten, machte sich beim einen oder der anderen ein mulmiges Gefühl breit, einige winkten sofort ab. Aber der grösste Teil der Gruppe wurde mit einem Overall, mit dem zugehörigen vergitterten Helm und mit Knie- und Armschonern eingekleidet und schon ging es mit grossen Schritten den steilen Hang der mittleren Schanze hinauf. Schon bald hörte man keine Sprüche mehr, da der Auslauf immer steiler und die Schritte immer kürzer wurden. Oben angekommen erhielten wir eine Instruktion, wie nun zu verfahren sei und dass nach zwei Qualifikationsläufen bei „guter Führung“ die grosse Schanze befahren werden dürfe. Mit Elan ging es los und die meisten überlebten ihre erste Fahrt unbeschadet. Es gab auch spezielle Techniken zu bestaunen. So gelang es Corinne beim Sprung auf das Airboard, dieses aufgrund des etwas frühen Absetzens auf dem (nicht gewässerten und somit auch nicht rutschenden) Teil des Abhangs zu überfliegen und bäuchlings ohne Airboard den Hang zu meistern.

Auf der grossen Schanze ging es dann noch merklich schneller den Hang hinunter, so dass Geschwindigkeiten über 90 Stundenkilometer erreicht werden konnten. Nach diesem tollen Event knurrte natürlich der Magen. Corinnen überraschte die Leiterinnen und Leiter mit der Ankündigung, dass das Nachtessen im Schanzenrestaurant, welches sich am höchsten Punkt der grossen Schanze befindet, stattfinden werde. Und tatsächlich, bei einem tollen Rundumblick in gemütlicher Atmosphäre genossen die Teilnehmenden das Nachtessen bei angeregter Unterhaltung. Immer wieder stand jemand auf und schaute sich das Panorama über Einsiedeln und den Sihlsee in die Alpen genauer an. Langsam neigte sich ein toller Leiterhock seinem Ende zu. Auf der Rückfahrt ins Thal ergaben sich noch manche Gespräche zum Erlebten, die Leiterinnen und Leiter freuen sich bereits jetzt wieder auf den Leiterhock 2015.