Besser hätte das Wetter für die diesjährige Landfrauenreise von Gretzenbach & Umgebung nicht sein können. Es war leicht bewölkt, oftmals etwas windig, die Temperaturen angenehm und Regentropfen fielen wirklich nur ganz Vereinzelte.

Ja aber wohin führte denn die Reise frühmorgens - für Einige war es wirklich sehr früh? Man verließ gut gelaunt das Niederamt in Richtung Bern. Zügig und mehr oder weniger ohne Stau gelangten die Landfrauen im bequemen Born Reisebus unter der gewissenhaften Führung (zum x-ten Mal begleitete der Chauffeur Claudio Caprez auf Wunsch der Reiselustigen die Landfrauen) zum Restaurant Rosengarten in Bern. Manch eine Landfrau oder einer der vier mitgereisten Ehemänner wussten nicht so recht, worüber sie mehr staunen sollten. Über den schön angelegten und unterhalte-nen Park „Rosengarten" oder über die atemberaubende Aussicht auf die Aare und die Häuserfronten mit den schönen Giebeln der Stadt Bern.

Im Nu war das noch leicht warme Gipfeli und eine Tasse Tee oder Kaffee verschlun-gen und getrunken. Einige Unentwegte benutzten den kurzen Weg hinunter zum neuen Bärengehege um die Jungbären zu bestaunen. Aber wie weh musste es ge-tan haben, die Jungtiere und die Eltern nicht zu sehen? Die Anlage wurde zu dieser frühen Zeit noch gereinigt.

Über die kurvenreiche Strasse, vorbei an fein herausgeputzten Bauernhäusern mit Blumen begangenen Balkonen und durch eine unendlich lange, gepflegte, weite Na-turlandschaft näherte sich der Bus dem freiburgischen Rechthalten- Von nun an soll-ten alle avisierten Destinationen im Kanton Freiburg sein.

In Rechthalten wartete für die Reiseschar der Besuch des Strohateliers. Hei war das eine kurzweilige Sache! Frau Mühlheimer verstand es ausgezeichnet spannend in ihrem Freiburger Dialekt die Besucher über ihre Arbeiten, die Entstehung des Ateliers mit einer integrierten kleinen Museumsecke zu informieren. Es war interessant zu hören, wie zum Beispiel die Trachtenhüte entstehen, kaputte geflickt werden, was es alles braucht bis der Hut getragen werden kann oder wie die freiwilligen Helferinnen bestrebt sind, auch neue Sachen zu kreieren. Und was für ein „Gaudi", nach abge-schlossenem Vortrag die verschiedenen ausgestellten Hüte zu betrachten, aufzuset-zen und natürlich eine Menge dabei zu lachen.

Kurz war die Fahrt von Rechthalten bis an den Schwarzsee. Welches Restaurant ist wohl der „Schwarzseestärn"? Dies herauszufinden war nach der Durchfahrt durchs Dorfzentrum nicht mehr schwer. Schön gelegen an vorderster Seefront lag das be-sagte Restaurant. Auf die hungrigen Landfrauen wartete in der gediegen hergerichte-ten Stube ein reichhaltiges und feines Essen. Von der Vorspeise - einem gemischten Salat - bis zum Dessert war es eine Augenweide, die hergerichteten Teller zu be-staunen. Auch an Gesprächsstoff und ab und zu lautem Gelächter fehlte es nicht.

Bald schon zog es die Landfrauen aus dem von Hans und Sofie Jungo geführten Restaurant. Verdauung und sportliche Aktivitäten waren gefragt. Einige Unentwegte marschierten rund um den See, andere legten zu Fuß eine Teilstrecke zurück, zwei oder drei Mutige wagten sich sogar auf die Rodelbahn, Postbesuch, Kartenkauf oder ganz einfach geruhsam auf einem Bänklein zu sitzen und zu plaudern waren ange-sagt.

Pünktlich aber erschienen alle wieder beim Bus um die Weiter- oder auch Rückfahrt anzutreten. Auf Lanthern bei Schmitten erwarteten uns Pia Jungo (zufälligerweise mit dem Wirteehepaar verwandt) und ihre sportliche Mutter. Sie ist bekannt von der TV-Sendung „by dä Lüt" und bewirtete das erste Mal Besucher. Und sie hat es wirklich gut gemacht. Das feine Buffet, der schön hergerichtete Spycher, die leckeren Sachen und Brote begeisterten die Landfrauen. Und wer weiß, vielleicht gaben die Frauen Pia Jungo gleich eine Starthilfe für ein zweites Standbein?

Doch immer wenn's am Schönsten ist gilt es wieder Abschied zu nehmen, um die längere Heimreise unter die Räder zu nehmen. Manch ein Mitglied mag sich wohl gefragt haben, warum es auf dem Reiseprogramm hieß, dass der Rückweg auf Um-wegen erfolge, fuhr doch der Chauffeur auf dem direkten Weg über die Autobahn. Das Rätsel löste sich kurz vor der Ankunft auf dem Grod. Einmal mehr gelang es der Reiseleiterin ihr Geheimnis geheim zu halten und alle zu überraschen. Unser letzter Halt galt der ehemaligen Präsidentin, die just am Reisetag 60 Jahre jung wurde und es bedauerte, nicht mitreisen zu können. Also machte ihr die ganze Reisegesell-schaft unangemeldet und unverhofft ihre Aufwartung, sang ein „Happy Birthday" und stieß mit ihr auf ihr Wohl an. So wie es schien gelang die Überraschung und setzte der diesjährigen Landfrauenreise einen besonderen Stempel auf. (cae)