Das Veredeln von Obstbäumen ist seit mindestens 3000 Jahren bekannt und bildet die Grundlage für den gezielten Anbau von Obstsorten. Eine gute Möglichkeit, neue Sorten auf Hochstamm- oder Niederstammbäume zu veredeln, bietet um die Obstblüte das Rindenpfropfen. Dies und weitere Techniken präsentierte der Obst- und Gartenbauverein Lostorf kürzlich einem interessierten Publikum.

Die Obstbäume stehen mehrheitlich in voller Blüte. Dies ist eine gute Zeit für die Veredelung von Obstbäumen mit Hilfe der Technik des Rindenpfropfens. Diese Technik verspricht bei richtiger Anwendung gute Resultate mit wenigen Ausfällen.

Neue Sorte auf dem gleichen Baum

Die Gründe weshalb Bäume veredelt werden sind verschieden. In Niederstammanlagen bietet das Umpfropfen von Bäumen die Möglichkeit, das Sortiment an die Wünsche des Konsumenten anzupassen, ohne dass neue Bäume gepflanzt werden müssen. Auch bei Befruchtungsproblemen kann das Veredeln von einzelnen Bäumen Abhilfe schaffen. Im Erwerbsanbau wird diese Technik daher noch heute angewendet. Da der ausgedehnte Wurzelbereich der bestehenden Bäume erhalten bleibt, wachsen umgepfropfte Bäume in der Regel gut und ermöglichen schon nach kurzer Zeit die Ernte von Früchten der neuen Sorte. Im Hausgarten bietet diese Technik zudem die Möglichkeit, auf einem Baum mehrere Sorten anzubauen, was bei geringem Platzbedarf die Vielseitigkeit und Abwechslung auf dem Speiseplan erhöht.

Edelreiser für die Veredelung

Wichtig bei der Veredelung ist, dass nur gesundes Pflanzenmaterial für die Veredelung gebraucht wird. Dies garantiert, dass durch die Veredelung keine gefährlichen Krankheiten oder Viren weiterverbreitet werden. Schneidet jemand Reiser bei seinen eigenen Bäumen soll darauf geachtet werden, dass die Bäume an welchen die Edelreiser geschnitten werden optisch gesund und vital sind. Dies war der Einstieg in dieses spannende Thema. Der Kursleiter Daniel Schaller präsentierte die verschiedenen Techniken wie das Rindenpfropfen, das Kopulieren oder das Okulieren. Anhand von verschiedenen Bildern wurden im theoretischen Teil die Details und ihre Vor- und Nachteile aufgezeigt und die verschiedenen Techniken genau vorgeführt. Nachher ging es an die Praxis. Jeder Kursteilnehmer hatte die Gelegenheit, die verschiedenen Techniken selber auszuprobieren, die Edelreiser korrekt anzuschneiden und fachgerecht in die Baumunterlage einzusetzen und zu binden und am Schluss die Wunde mit Baumwachs luftdicht zu verschliessen um ein Austrocknen zu verhindern.

Da es sich um eine buntgemischte Gruppe von blutigen Anfängern bis zu erfahrenen Veredlern handelte, wurden auch viele Erfahrungen und Tricks ausgetauscht. Ein sehr interessanter Kurs neigte sich dem Ende zu und die Gruppe konnte noch die Kameradschaft pflegen und sich bei Getränken und einem Imbiss austauschen.

Auffahrtswanderung als nächster Anlass

Nächster Anlass des Obst- und Gartenbauvereins Lostorf ist die Auffahrtswanderung mit Führung durch die Hochwasserschutzarbeiten entlang der Aare in Obergösgen. Treffpunkt: 10. Mai, 10.00 Uhr beim Restaurant Fähre in Obergösgen. Mehr Details findet man wie immer auf der Vereins-Website: www.ogv-lostorf.com .

                                                                              Damiano Cagnazzo