Natur- und Vogelschutzverein Deitingen

Kinderstube in luftiger Höhe

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Natur- und Vogelschutzverein Deitingen montiert auf Weiden am Witschibächli zwei Horstunterlagen  

Immer wieder fahren Förster Daniel Schmutz und Dominik Lehmann mit der Hebebühne in die schwindelerregende Höhe von 25 Metern. Im Gepäck haben sie eine Motorsäge und ihr Auftrag ist alles andere als alltäglich:
Auf zwei nebeneinanderstehenden Weiden am Witschibächli sollen an diesem Morgen zwei grosse Weidenkörbe angebracht werden, welche als Horstunterlagen für Storchennester dienen sollen. Für den einen der Körbe hat sich spontan eine Patin gemeldet und Kosten übernommen.

Die Weidenkörbe haben einen Durchmesser von 1,10 Meter. Fürs erste wurden sie leer montiert; das heisst die Körbe sind ohne entsprechendes Gehölz ausgestattet. „Die Grundlage für den Horstaufbau bildet Holz von Obstbäumen, anschliessend kommt Buschwerk darauf. Die Störche bauen ihre Nester auf dieser Basis“, erklärt Willy Koch,
Vorstandsmitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Deitingen (NVVD). Geeignetes Holz für den Nestbau fällt im nahen Hochstammobstgarten an.

Die ersten Tiere sind jetzt schon im Anflug

Pärchen im Blick. Aufmerksame "Storchenfreunde" hatten in den vergangenen Tagen bereits ein Storchenpaar gesichtet. Wieder auf dem Strommast der SBB auf welchem letztes Jahr ein Storchenpaar erfolgreich brütete. Deshalb bietet man rechtzeitig, vor Beginn der Brutsaison – Mitte bis Ende März – willigen Storchen-Pärchen nun die Möglichkeit einer weniger risikoreichen Kinderstube.

Die Weiden mit knapp 25 Metern Höhe und der einsehbaren Lage scheint deshalb genau richtig zu sein. „Ich habe ein gutes Gefühl und halte diese für geeignete Plätze. Sturm "Niklas“ hat  am 30. März das begonnene Nest auf dem Mast zum Absturz gebracht“, berichtet Vogelschützer Karl Kofmel.

Bedenken, dass durch die Störche der Lebensraum der Frösche in Gefahr kommen könnte, räumt Kofmel aus: Der Weissstorch ernähre sich in erster Linie von Insekten und Mäusen.

Im frühen 20. Jahrhundert hatte man diese Vogelart auf mehreren Dächern im Dorf gehabt, weiss Thomas Bürki, der Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Deitingen. Lange habe man deshalb in Deitingen nach geeigneten Standorten für die Nesthilfen gesucht, denn „die Störche wollen's hoch“.

 „Die wiederkehrenden Nistversuche in den vergangenen Jahren und im letzten Jahr, die erste erfolgreiche Brut mit einem Storchenjungen in unmittelbarer Nähe des Witschibächleins, hoch auf einem Strommast, war für uns Anlass zu diesem Versuch. Dies war die erste Weissstorchbrut nach über 80 Jahren im Dorf Deitingen“, erklärt der NVVD-Präsident.

Karl Kofmel (NVVD) ist davon überzeugt, dass sich Deitingen für den Weissstorch bestens eignet.  „Wir würden uns freuen, wenn hier tatsächlich Störche nisten würden. Natürlich schützen wir deshalb die Feuchtwiesen. Doch das ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein, denn wir sind flächenmässig begrenzt.“

Sollte es  in Deitingen zu weiteren erfolgreichen Bruten kommen, dann blieben die willkommenen Gäste wohl bis Ende August. Willy Koch (NVVD) geht davon aus, dass dieselben Niststellen auch in den nächsten Jahren wieder aufgesucht würden.

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