Ob Eigenheim oder Grundstück: Immobilien geniessen den Ruf einer guten Investition. Doch wie Ansgar Gmür, Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz (HEV), berichtete, sind die Tendenzen auf dem Immobilienmarkt bedenklich. In seinem Vortrag unter dem Titel «Die Zeichen stehen auf Sturm» sprach er über die derzeitige Immobilienlage. Die SVP Ortspartei Windisch organisiert immer wieder Vorträge, die gegenwärtige Themen aus Politik und Wirtschaft aufgreifen. Das aktuelle Referat zur Immobilienlage sei nicht da, um Panik zu verbreiten, stellte Frederik Briner, Präsident der SVP Ortspartei Windisch, klar. Vielmehr solle das Referat auf die derzeitige Situation hinweisen, die niemand sehe oder sehen wolle.

Kostspielige Investition

Referent Gmür bestätigte: «Eine Immobilie ist noch immer eine sehr gute Investition. Die Frage ist nur, zu welchem Preis.» Beim Kauf müsse man immer den Weiterverkauf im Hinterkopf haben. Dazu sei die Lage einer Immobilie besonders wichtig. «Wenn man von Immobilien spricht, dann spricht man von saumässig viel Geld!», stellte der Direktor des HEV gleich zu Beginn klar. Immobilienbesitzer zahlen nicht nur ihr Eigentum, sie werden zusätzlich mit hohen Steuersummen konfrontiert. Gmür betonte, dass die finanzielle Last für viele Eigentümer schlicht untragbar werde. Tatsächlich: Die Schweiz ist das höchstverschuldete Land der Welt. Grund dafür? Der Eigenmietwert. Gmür, der stets einen humorvollen Spruch auf Lager hat, scherzte: «Im Wort Regierung ist das Wort Gier enthalten – deshalb verlangt sie wohl so viel Steuern.»

Bedenkliche Tendenz

Rund 64'000 Wohnungen stehen in der Schweiz leer – diese Zahl entspricht ungefähr der Grösse der Stadt Winterthur. In den letzten Jahren sei immer mehr gebaut worden, doch die Nachfrage nehme ab. Als Investor solle man sich daher gut überlegen, was man mietet, kauft und wo man sein Geld investiert. Trotz schlechten Bedingungen und bedenklichen Aussichten wird immer noch viel Geld in Immobilien angelegt. Folgt schon bald eine Immobilienblase? Gmür erklärte die Anlagestärke damit, dass die Leute zu viel Geld hätten, und fügte an: «Die Zeichen stehen auf Sturm, die Stunde der Wahrheit kommt».

Saskia Iten