Es hat auch einen Vorteil, wenn man im Cup gleich zu Beginn eine gleichklassige Mannschaft zugelost erhält. Zwar wird das Weiterkommen schwieriger als gegen ein unterklassiges Team, doch immerhin hat man noch eine 50-prozentige Chance auf ein Heimspiel. Und genauso ist es für den TV Solothurn gekommen. Der NLB-Aufsteiger Handball Emmen ist kein einfaches Los, aber die Solothurner dürfen auf heimischem Terrain antreten. Da Cup-Spiele neben der Meisterschaft und daher meist unter der Woche stattfinden, ist es ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man nach einem Arbeitstag nicht noch im nervigen Stau zur Hauptverkehrszeit reisen muss. Doch muss der TVS diesen Vorteil auch nutzen.

Starke Einzelspieler beim Gegner

Da die Luzerner erst auf diese Spielzeit hin in die NLB aufgestiegen sind, ist der Gegner dem TV Solothurn nicht bekannt. Dies kann für den Underdog auf dem Papier natürlich ein Vorteil sein, wie dies die Solothurner aus eigener Erfahrung kennen. Dank der neuen Technik muss die Truppe von Trainer Marco Kurth aber nicht unvorbereitet in das Spiel.

Alle Teams der obersten Ligen müssen Videos ihrer Meisterschafts-Spiele machen und beim Verband hochladen. So konnte Kurth seine Mannen trotzdem zur Analyse des Gegners laden. Dort wird er seine Mannschaft sicherlich auf die beiden Toptorschützen von Handball Emmen aufmerksam gemacht haben. Denn Lukas Huwiler und Tomislav Orsolic erzielten im letzten Meisterschafts-Spiel gegen den HS Biel gleich 18 Treffer zum 33:29-Erfolg.

Der Angriff muss besser werden

Es wird also einmal mehr eine starke Deckung gefordert sein. Dies haben auch schon die beiden ersten Spiele in der Meisterschaft gezeigt. Dank der starken Defensive wäre beim Auftaktspiel gegen Stans bei der 22:24-Niederlage mehr drin gelegen. Hätte der TVS im Angriff ein Quäntchen effizienter abgeschlossen, wären die zwei Punkte nach Solothurn gewandert. Auswärts gegen Wädenswil/Horgen konnten die Aarestädter genau diese kleine Steigerung vorne zeigen und siegten am Ende mit zwei Toren Differenz. Dennoch bleibt in der Offensive noch viel Luft gegen oben.

Eine gute Nachricht für Trainer Kurth ist daher, dass Niccolo Moggi nach seinen Rückenproblemen wieder einsatzbereit ist. Der Kreisläufer verleiht dem Angriff der Solothurner ein grosses Mass an Durchschlagskraft. Zudem ist es wichtig, dass die Rückraumspieler des TVS ihren Mut und ihr Selbstvertrauen aus der letzten Saison wiederfinden. Zusammen mit der gewohnt sicheren Verteidigung hätte Solothurn somit ausgezeichnete Chancen, in die Runde der besten 16 einzuziehen.