Am frühen Morgen strömten acht mit Bademantel bekleidete Gestalten Richtung Dorfzentrum und wollten ins Wellness Weekend. Den beiden, mit Warnwesten signalisierten, Reiseleiter Obernarr Willi und Expräsi Mike gelang es, nach einigen Apéro's, die Reisegesellschaft in den komfortablen Viehtransporter zu locken.
Nach dem ersten Zwangshalt auf dem Hauenstein warum auch immer, nahmen wir in einer namenlosen Kleinstadt unseren Guide Peter auf. Sein gepflegtes Outfit in Form eines schwarzen Anzugs akzentuierte unser Charivari (zwanglose Kleidung).

Der fahrende Obernarr fand trotz fehlendem GPS die Siedlung am Dreiländereck. Auf engen Pfaden, teilweise schon gepflastert, lotste Guide Peter die Gruppe in die Herberge. Nach der Zuteilung der Strohlager, marschierten wir in Badelatschen und -mantel ins Zentrum der Siedlung am Rheinknie. In einem grünen, von Geisterhand bewegten Fuhrwerk, die Einheimischen nennen es Tram, fuhren wir an zahlreichen Hütten vorbei. Vor einem der Häuser hielten wir an, ein gut aussehender Endvierziger öffnete uns die Türe. Die Wände waren übersäht mit weissen Masken, hier als Larven bekannt. Der Larvenbauer erklärte uns die Herstellung und Bedeutung für die Bevölkerung. Wir ent-Larvten seine Behauptung die Bewohner benutzen diese Larven nur an „die drey scheenschte Dääg" als Sonnenschutz.

Nach dieser Kulturinhalation kehrten wir in eine Schenke ein und genossen Mehlsuppe, Zwiebel- und Käsewähe. In guter Stimmung verliessen wir den gastlichen Ort. Nach einigen Stopps quälte sich unser Cortegé bis zu einem blau bemalten Haus. Laut Aussagen des Stammesältesten werden hier seit drei Generationen kleine Schilder mit Stecknadel aus Metall hergestellt. An einer gewaltigen Presse erlebten wir mit eigenen Augen die Geburt einer solchen „Blaggedde". Mit Erstaunen erfuhren wir, dass diese Metallschilder von den Drei-Tage-Maskierten an die linke Brust befestigt und an Zuschauer verkauft werden.
Beeindruckt verliessen wir die Gegend in Richtung Universitätsareal. Endlich, in einer Klause spülten wir den Metallgeschmack weg.

Die Route führte uns weiter über einen breiten Trampelpfad, Fussgängerzone genannt, in eine gut geschützte Katakombe, in der zahlreiche Autos parkierten. Vor einer Panzertüre, galt es zu warten. Auf Zeichen betraten wir vorsichtig die illuminierte Höhle, lautes Pfeifen drang uns entgegen. Am Ende des Cliquenkellers sahen wir die Ursache, acht in Landestrachten festlich verpackte Frauen bliesen in ein silbriges Rohr, das quer vor dem Mund lag. Trotz mehrmaligen Klatschen spielten sie mit ihren Piccolos noch einige Stücke. Die beeindruckende Führung und der erste intensive Kontakt mit den Eingeborenen und ihrer Kultur führten uns immer wieder zum gekühlten Getränkeschrank. Hier durften wir landespezifische Spezialitäten testen. Nach einer längeren Testphase, brachen wir in Richtung Herberge auf. Unser wöchentliches Bad nahmen wir in dem Rinnsal vor der Herberge ein.

Nachdem Umkleiden hiess es Gässle und Gugge. Um zu Speis und Trank zu gelangen, mussten wir den Fäährimaa bestechen, der uns zum gegenüberliegenden Ufer brachte.
In einer Fischerstube eroberten wir uns ein Tisch. Eine Magd servierte uns die Köstlichkeiten des Hauses. Wir lernten sogar Bewohner jenseits der Grenze, Germanen genannt, kennen. Durch ihre ruhige und offene Art, konnten wir trotz sprachlicher Mängel ihrerseits schnell Kontaktaufnehmen.
Mehrmals drehte sich die Sanduhr. Zeit zum Aufbruch zur Kultstätte der Aborigines. Auf einem Claraplatz befand sich die Zeltstadt der Piccolo-Frauen, wo der ganze Stamm ein Fest zelebrierte. Wie an der Basler Fasnacht kam auch hier dem Publikum eine passive Rolle zu. Wir durchbrachen dieses Rollenverhalten mit urigem Klatschen und Tanzen auf Tischen und Bänken. Unterstützt wurden wir vom Musikus Fäährimaa. So gelang es uns bis zum Morgengrauen, alle zu vertreiben und in unsere Herberge zurückzukehren.
Die kurzen Öffnungszeiten der Herbergsküche am Morgestraich unterstützten unsere Abneigung zur Aufnahme fester Nahrung. Auf dem Weg zum Transporter stellten wir fest, dass Eingeborene unser Fahrzeug mit rotweissen Bändern dekoriert hatten. Permanent hetzten leicht bekleidete Gestalten an uns vorüber, wahrscheinlich eine Hetzjagd. Es gelang uns trotz zahlreicher Absperrungen aus der Siedlung zu flüchten. Unterwegs legten wir einen Sopp ein und testeten unsere Fahrtüchtigkeit auf einer Rodelbahn ohne Schnee. Guide Peter wurde hier für seine Geduld und Ausharren gedankt.
Unser Bus, konstant klimatisiert durch unseren CEO Roman, wurde von Reiseleiter Willi Richtung Heimat gesteuert. Nach ausführlichen Diskussionen über die Mittagsrast landeten wir im Ifenthal in einem Pintli. Die Mehrheit speiste mit nichtalkoholischen Getränken, nur unser Stammesältester genoss sein Weissbier.

Der Ändstraich im Speuzerland erfolgte mit einer humoristischen Retrospektive der letzten 34 Stunden durch Präsident Roman. Schallendes Gelächter und Standing Ovation belohnten seinen Auftritt. Mit diesem kabarettistischen Highlight endete unser Bummelwochenende. Basel sei Dank.