Samariterverein Oberbuchsiten und Verein MS-Träff
Der Samariterverein Oberbuchsiten organisierte kürzlich einen Vortrag über die heimtückische Krankheit Multiple Sklerose (MS). Etwa 50 Anwesende aus den Samaritervereinen Gäu, Wolfwil und Oberbuchsiten hörten gespannt den Worten von 4 Betroffenen zu. Sehr persönlich und beeindruckend erzählten diese wie bei ihnen die Krankheit ausbrach, welche Ängste und Unsicherheiten sie ausstehen mussten, welche Untersuchungen gemacht wurden und wie sie heute mit der Krankheit umgehen. Der Tag der definitiven Diagnosestellung war der Tag, an dem das Leben aller MS-Betroffenen in eine andere Bahn gelenkt wurde. Multiple Sklerose – eine fortschreitende, nicht heilbare neurologische Krankheit, an welcher in der Schweiz über 10’000 Menschen leiden. Die Nervenisolierschicht wird irrtümlicherweise vom eigenen Immunsystem angegriffen und abgebaut. Das bewirkt Störungen in den Signalweiterleitungen. Entsprechend treten unterschiedliche Symptome und Behinderungen auf. Die Gastreferenten sprachen von Unwohlsein und hin- und herschwanken wie ein Betrunkener. Bei einem anderen MS-Patienten äusserte sich die Krankheit mit Sehstörungen, Schmerzen beim Anfassen der Haare und Sprachstörungen. Andere erzählen von «Ameisenlaufen» und Lähmungen in den Extremitäten oder ungewöhnlicher Müdigkeit. Typischerweise kommen diese Symptome schubweise daher. Trotz intensiver Forschung sind die genauen Ursachen der Krankheit noch nicht bekannt. Heutige Hilfsmittel wie Rollator und Rollstuhl, einige Therapieangebote und Medikamente können die Symptome mildern. Die Betroffenen stellen fest, dass die Krankheit sie immer wieder vor neue Herausforderungen im Alltag stellt. Trotz dieser Krankheit mit schlechter Prognose spüren die Anwesenden den Mut und die Lebensfreude der vier MS-Betroffenen. Das verdient Respekt und Bewunderung der Zuhörer. An der sogenannten «Fühlstrasse» durften die Anwesenden selber erfahren und fühlen, wie die MS-Patienten den Alltag erleben. Da wurden zum Beispiel Hosenknöpfe geöffnet und zwar mit klobigen Gartenhandschuhen. Oder Spezialbrillen zeigten eindrücklich die möglichen Sehbehinderungen. Trichter simulierten Gehörstörungen und ein breites Gummiband liessen Koordinationsstörungen und eine Spastik eindrucksvoll nachfühlen. Ein Spiel mit einem Spiegel und einem Bleistift liessen die Teilnehmenden gar ein wenig verzweifeln. Mehr Wissenswertes über den Verein MS-Träff und ihr wertvolles und engagiertes Vereinsleben unter www.ms-traeff.ch.

von Yvonne Bader