NLB-Handball

Der TV Solothurn ist der König der Unentschieden – gegen Stäfa werden die Punkte zum fünften Mal diese Saison geteilt

Sandro Sieber steuerte zwei Treffer für den Punktgewinn des TV Solothurn bei.

Sandro Sieber steuerte zwei Treffer für den Punktgewinn des TV Solothurn bei.

Unentschieden sind im Handball eigentlich eher selten. Dennoch schaffte es der TV Solothurn beim 24:24 gegen Stäfa, diese Saison bereits zum fünften Mal Remis zu spielen. Und wie schon gegen Stans und Baden zuvor dürfte der TVS dabei ein lachendes und ein weinendes Auge haben.

Als die Schlusssirene ertönte, zeigte die Anzeigetafel 24:24 Unentschieden. Und das gegen Handball Stäfa, das zuhause in dieser Saison bisher ausschliesslich Siege feiern konnte. Und obwohl es nach knapp zehn Minuten noch 7:1 für die Hausherren stand und es nach einer satten Packung für Solothurn roch.

Unter diesen Voraussetzungen sollte sich die Truppe von Interimstrainer Alain Blaser eigentlich über einen gewonnenen Punkt freuen. Zumal man diesen vor dem Spiel gerne genommen hätte gegen den Favoriten.

Dennoch bleibt ein kleiner Wehmutstropfen – eben das weinende Auge – über einen verpassten Sieg, der am Ende nicht nur möglich gewesen wäre, sondern einfach Tatsache hätte sein müssen.

Nur vier Minuten vor Schluss führten die Gäste aus Solothurn gegen den Favoriten nämlich mit fast siegessicheren drei Toren Vorsprung (24:21) – und vermochte diese Führung nicht über die Zeit zu bringen.

Ein Kraftakt sondergleichen

Dieser Führung kurz vor Schluss ging eine über 30-minütige Aufholjagd voraus. Nach der völlig verpatzten Startphase und dem Sechs-Tore-Rückstand (10. Minute) zeigte der TVS enorm viel Moral. Die Solothurner gaben sich nicht auf, sondern kämpften sich mit ruhigem Spiel Schritt für Schritt wieder an die Zürcher heran.

Zwar gab es während der Aufholjagd kleinere Rückschläge, so wie kurz vor der Pause, als der TV Solothurn auf zwei Tore aufschloss (11:13) und in Überzahl agieren konnte. Danach bis zu Pause jedoch selber noch eine Strafe und zwei Gegentreffer kassierte.

Doch nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gäste von ihrer besten Seite. Nach drei Paraden von Keeper Taro Diethelm (drei Mal gegen Stäfas Armin Sarac) und vier erfolgreichen Angriffen seitens Solothurn stand es plötzlich nur noch 16:15 für die Zürcher.

Und ab diesem Moment flatterten die Nerven auf beiden Seiten. Kein Team konnte sich absetzen und vergab jeweils gleich mehrere gute Torchancen. Und als Torhüter Taro Diethelm in einem Angriff gleich drei Mal gegen seinen Landsmann Shota Fukuda parieren konnte, kippte das Momentum auf die Seite der Ambassadoren.

Am Ende müsste der TV Solothurn sogar gewinnen

Ein Siebenmeter durch Amer Zildzic, ein Gegenstoss von Oli Zimmermann und ein satter Wurf von Nikola Isailovic später lag Solothurn plötzlich 24:21 in Front. Zu diesem Zeitpunkt zeigte die Uhr exakt 56 Minuten und 10 Sekunden.

In knapp vier Minuten eine Drei-Tore-Führung nach Hause bringen, das sollte im Handball eigentlich möglich sein. Doch Handball ist nicht Fussball. Während die Sportskameraden, die das runde Leder mit dem Fuss traktieren, den Ball lange in ihren Reihen behalten können, um Zeit von der Uhr zu nehmen, dürfen die Handballer nicht allzu passiv agieren.

Doch genau das passierte dem TVS in der Schlussphase. Die Solothurner liessen sich zu lange Zeit im Angriff, worauf gleich in allen drei Angriffen am Schluss Zeitspiel angezeigt wurde. Das provozierte zwei technische Fehler und einen Fehlwurf.

Im Gegenzug kam Stäfa gleich zweimal viel zu einfach und zu schnell – einmal nach 16 Sekunden, das zweite Mal nach 9 – zu Toren. Da auch der letzte Angriff des TV Solothurn keine Früchte trug, mussten sich die Gäste am Ende mit einem Punkt begnügen.

TVS-Polster auf den Strich beträgt sieben Punkte

Trotz des etwas ärgerlichen Unentschiedens konnten die Ambassadoren einen Punkt gut machen auf den Abstiegsplatz. Da der Vorletzte HS Biel gegen den direkten Konkurrenten CS Chênois verlor, weist der TVS sechs Runden vor Schluss ein Polster von sieben Punkten auf den Strich auf.

Damit ist Solothurn zwar noch nicht sicher, befindet sich aber in einer sehr guten Position für den Ligaerhalt. Und die Aarestädter haben gegenüber ihren Konkurrenten noch einen Vorteil: die Spiele gegen die vier vordersten und stärksten Teams sind bereits vorbei.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1