Die NLA-Handballer des HSC Suhr Aarau haben am Mittwochabend des 11. Oktober 2017 ihre erste Heimniederlage der Saison 2017/18 erlitten. Trotz grossem, eindrücklichem Kampf mussten sie sich am Ende starken Thunern knapp mit 22:23 geschlagen geben, nachdem zur Halbzeit das Skore noch 10:10 ausgeglichen stand.

Vor der Rekord-Zuschauerkulisse von 1305 Zuschauern (darunter über 200 Personen aus dem Umfeld des Pfister Handball-Camps 2017) lieferten sich beide Teams von Beginn an einen intensiven Abnützungskampf. Beide Abwehrreihen dominierten trotz beidseits namhaften, verletzungsbedingten Abwesenden und liessen keine einfachen Tore zu. Die Torhüter Dario Ferrante und Marc Winkler lieferten sich zudem unterstützt von ihren leidenschaftlichen Abwehrreihen ein eindrückliches Privatduell zwischen den Pfosten.

HSC liess sich vor toller Kulisse nie abschütteln

So gingen bezeichnenderweise mehreren Toren einfache Abpraller voraus, nachdem die Abwehrreihen zuvor lange Angriffsversuche vermeintlich abgewehrt hatten. Weil das Heimteam dabei, unterstützt durch eine atemberaubende, an glorreiche Zeiten errinnernde Schachenhallen-Atmosphäre, gegen die kompakte Defensive der Gäste keine Mittel fand, griff es ab der 18. Spielminute bereits zum Mittel des siebten Feldspielers.

Dies mit Erfolg - trotz mehrmaligem Rückstand liess sich der dezimierte NLA-Dritte vom NLA-Zweiten nie abschütteln und kämpfte sich gar stets wieder zurück. So auch kurz vor dem Seitenwechsel, der schlussendlich mit dem ausgeglichenen Pausenstand von 10:10 vollzogen wurde.

HSC verliert Captain Romann durch Ausschluss

In der Halbzeit ereignete sich dann mit der im Vorfeld angekündigten, einmaligen Frisbee-Aktion erneut Eindrückliches. Die zahlreichen, aufs Feld geworfenen Frisbees, die es dem HSC Suhr Aarau auf eine sympathische Art und Weise ermöglichen, den Nachwuchs weiter nachhaltig zu fördern, ergaben ein inspirierendes Bild. Dies bekamen die beiden, sich in den Kabinen befindenden Teams zwar nicht mit, nach dem Seitenwechsel boten sie den 1305 Zuschauern dennoch weiterhin einen hochstehenden und stets ausgeglichenen Fight.

Dieser war für HSC-Captain und Geburtstagskind Patrick Romann ab der 45. Spielminute abrupt beendet, als er mit einer roten und danach gar blauen Karte des Feldes verwiesen wurde. Dies für ein Foul an Nationalspieler Lenny Rubin, das sich auf gut zehn Metern im Kampf um den Ball zutrug, zwar hart war, jedoch keineswegs im Bereich des unfairen beziehungsweise tätlichen. Ein harter Schlag für den ohnehin dezimierten Gastgeber.

Debüt für Eigengewächs Laube

Das Topteam Wacker Thun nutzte die unmittelbar darauffolgende Phase, in der sich der HSC Suhr Aarau sammeln musste, um im Stile einer Spitzenmannschaft durch Nicolas Suter bis auf 19:16 davonzuziehen (47.). Unterstützt durch den atemberaubenden Hexenkessel vermochte sich das Heimteam erneut heranzukämpfen und in der 51. Spielminute gar durch Raphael Rohr zum 19:19 auszugleichen. Ein erneutes Unentschieden oder gar der Führungstreffer blieb dem aufopferungsvoll kämpfenden, jungen HSC-Team danach jedoch auch aufgrund einiger umstrittener Schiedsrichter-Pfiffe leider verwehrt.

Der wiederum bärenstarke Rückhalt Dario Ferrante hielt seine Farben defensiv unterstützt von einer starken Abwehr, die einzig Lenny Rubins Distanzwürfe nie unter Kontrolle bekam, ebenso lange im Spiel wie Milan Skvaril offensiv. Vor 120 handballbegeisterten Camp-Kids feierte zudem das 17-jährige Eigengewächs Lukas Laube ab der 47. Spielminute eine äusserst gelungene NLA-Feuertaufe und -Premiere. Ein eindrückliches Ausrufezeichen in einer entscheidenden Spielphase, das die Philiosophie des HSC Suhr Aarau eindrücklich unterstreicht.

Standing Ovations, aber keine Punkte

Am Ende wurde der grosse Kampf des Teams von Cheftrainer Misha Kaufmann zwar mit Standing-Ovations von den Rängen, aber nicht mehr mit Punkten belohnt. Lenny Rubin entschied das Spitzenspiel mit seinem Treffer zum 23:21 kurz vor Schluss bei angezeigtem Zeitspiel nämlich vorentscheidend - ein Punkt hätte der stets aufopferungsvoll kämpfende, leidenschaftliche HSC Suhr Aarau aber an diesem Abend, vor dieser atemberaubenden Kulisse dennoch verdient gehabt.

Nach diesem Auftritt, zumal bei dieser Atmosphäre, hätte sich der HSC eine Belohnung in Form von Punkten beziehungsweise einem Punkt ohne jeden Zweifel verdient gehabt. Nun folgen für Suhr Aarau zwei Auswärtspartien in Serie: Zuerst steht am Samstag, 4. November, das Gastspiel auswärts beim TSV Fortitudo Gossau (Anpfiff 17.30 Uhr) an. Eine Woche später geht es am Samstag, 11. November, auswärts gegen den BSV Bern Muri (Anpfiff 17.30 Uhr).