Obwohl die Wetterprognosen nicht allzu optimistisch tönten, entschlossen sich 29 Wanderfreunde zur Wanderung der Pro Senectute Olten in den nordöstlichen Zipfel der Schweiz. Nach zweimaligem Umsteigen stand gleich zu Beginn einer der Höhepunkte des Tages auf dem Programm, der Rheinfall. Erst mal ging es aber mit dem Glaslift hoch zum Startkaffee ins Restaurant des Schlosses Laufen, welches hoch über dem Rheinfall thront. Die beiden Wanderleiter Hansruedi Hofer und Rene Caminada gaben danach noch interessante Informationen weiter. Erste Erwähnung in der Geschichte fand das Schloss 858 n.Ch. und ist seit mehr als 1100 Jahren Zeuge vieler gesellschaftlicher und politischer Umwälzungen. Im Jahre 1941 wurde das Schloss Besitz des Kantons Zürich und beherbergt heute eine Jugendherberge. Von der Terrasse aus bot sich uns ein imposanter Blick auf den Rheinfall und den Felsen in der Mitte. Der Weg nach unten führte über Treppen zu den verschiedenen Aussichtsplattformen, welche uns immer näher zum grössten Wasserfall Europas brachten bis hinunter zur Schiffsanlegestelle, wo unsere Wanderung auf dem schmalen und idyllischen Uferpfad flussabwärts begann. Mächtige Buchen ragten in den erstaunlich klaren Fluss hinein. Kurz vor der Badi Dachsen fielen die ersten Regentropfen. Bei uns war aber sowieso Mittagshalt angesagt und der freundliche Bademeister hatte für uns alles vorbereitet, sodass wir im Trockenen picknicken konnten und sogar noch Zeit für einen Kaffee hatten. Weiter gings auf schmalem Pfad dem dahinziehenden Fluss entlang, meist nur wenige Zentimeter vom Wasser getrennt. Eine reiche Flora bot sich uns am Wegrand, vor allem die ästige Graslilie zeigte sich in voller Blüte. Der Regen hatte aufgehört und der Weg verlief nun weiter etwas oberhalb des Flusses, in vielen Windungen und in einem stetigen Auf und Ab bis zum Kraftwerk. Die immense Klosteranlage mit der Klosterkirche auf der Insel kam in Sicht. Noch ein kurzes letztes Stück und wir waren in Rheinau angekommen. Hier bildet der Rhein eine Doppelschleife. Die Ortschaft liegt in der westlichen Schleife gegenüber der Rheininsel mit dem ehemaligen Kloster. Für uns gings aber erst mal ins Restaurant zum Schlusstrunk und gemütlichen Zusammensitzen. Danach blieb uns noch genügend Zeit zur Besichtigung einer der schönsten Barockkirchen der Schweiz und seiner Umgebung. Beim Eintritt in die Kirche beeindrucken vor allem die prächtigen Seitenaltäre, die wie Nebenkulissen auf das Zentrum, den Hochaltar, ausgerichtet sind. Besonders imposant sind auch die Mammutbäume vor der Kirche und die riesigen Lindenbäume. Bis Marthalen erfolgte die Heimfahrt mit dem Bus durchs Zürcher Weinland. Fürs Umsteigen musste jeweils einen Gang höher geschaltet werden, denn es blieben uns immer nur wenige Minuten. Petrus meinte es gut mit uns an diesem Tag, denn kaum in Olten angekommen, goss es wie aus Kübeln. Diese Wanderung mit viel Natur und Kultur in einem für uns weniger bekannten Teil unseres Landes war für alle ein eindrückliches Erlebnis. (mva)