40 interessierte Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Lostorf besammelten sich an der Auffahrt zu einer Wanderung der besonderen Art. Der Revierförster des Forstbetriebs Unterer Hauenstein, Georg Nussbaumer, versprach viel Lehrreiches zum Thema: „Welche Bäume werden unsere Wälder der Zukunft prägen?“

Die Gruppe wanderte in den Balmiswald und an verschiedenen Posten wurde die Entwicklung der mittleren Lufttemperatur, die Niederschlagssummen und generell die Veränderungen des Klimas deutlich dargestellt. Der Unterschied zwischen Wetter und Klima liegt in der Langfristigkeit! Das letzte Jahr für sich betrachtet stellt ein Phänomen dar, welches noch nicht auf das Klima schliessen lässt. Wenn allerdings die langjährigen Messungen und gleichzeitig der CO2 Ausstoss betrachtet werden, muss festgestellt werden, dass wir es mit einer Klima - Erwärmung zu tun haben. Die letztjährige Trockenheit setzte nicht nur den Eschen, sondern vor allem Fichten und Buchen zu, da diese Bäume Flachwurzler sind und somit schlecht mit Wassermangel umgehen können. Gewinner sind Eichen, Douglasien und Lärchen, da diese trockenresistent sind. Auch das Eschensterben war ein Thema. Dieses wurde durch einen eingeschleppten Pilz aus Japan verursacht. Dies nur einige Punkte, die dazu führen, dass sich unsere Wälder zukünftig verändern werden.

Der Forstbetrieb Unterer Hauenstein bewirtschaftet ca. 2‘300 Hektaren Wald in den Gemeinden Hauenstein-Ifenthal, Lostorf, Trimbach, Olten, Wisen und Winznau. Der jährliche Holzschlag beträgt 12‘000 m3. Dies entspricht in etwa dem jährlichen Zuwachs und ist somit ein Paradebeispiel von Nachhaltigkeit. Die rund 15‘000 m3 Holz, die nachwachsen, binden rund 15‘000 Tonnen CO2, was dem jährlichen CO2-Ausstoss von 3‘450 Bewohnern entspricht. Das Forstgebiet umfasst jedoch rund 31‘753 Bewohner, was so viel bedeutet, dass ca. 11% des CO2-Ausstosses mit dem Zuwachs des Waldes gedeckt sind. Nebst dem Holzschlag hat der Forstbetrieb aber noch weiter Aufgaben im Wald. So gehört z.B. auch der Unterhalt der fast 90 km Waldstrassen und die Ansprüche der Bevölkerung an den Wald zum Aufgabengebiet des Forstbetriebes.

Nach diesen für alle Teilnehmer sehr interessanten Informationen endete die Wanderung beim Schützenhaus in Mahren. Der Präsident Stefan Schenk bedankte sich beim Referenten Georg Nussbaumer für die interessanten Ausführungen, die Vorbereitung der Route und für die anschaulichen Folien an den verschiedenen Posten und überreichte ihm ein Präsent.

Bei Grilladen, Kuchen und angeregten Gesprächen liess der Verein diesen schönen Tag ausklingen und so manch einer ging wohl mit etwas mehr Verständnis für die Wichtigkeit unseres Waldes nach Hause zurück.