Vögel beobachten, oder birden, wie es auf neudeutsch heisst, ist wieder in Mode. In den Städten, auf dem Land, im Gäu. Seit Januar trafen sich zwei Dutzend Leute einmal im Monat im Primarschulhaus in Egerkingen, um sich in die Ornithologie einführen zu lassen. Wie bestimmt man einen Vogel? Welches Gefieder trägt ein Haubentaucher sommers – und welches winters? Wer brütet Kuckuckskinder aus und warum bedroht die intensive Landwirtschaft Feldlerchen, Neuntöter und viele andere?

Durchgeführt wurde der Grundkurs von den drei Natur- und Vogelschutzvereinen Egerkingen, Neuendorf und Oensingen und deren Präsidenten Daniel Peier, Konrad Zeltner und Markus Peier. Fachkundig und voller Begeisterung teilten sie ihr Wissen und sensibilisierten für die grösseren Naturzusammenhänge, die Folgen von Verdichtung und Zersiedelung bis hin zu historischen Exkursen.

Zu jedem Theorieblock gab es eine Exkursion, bei der nach jenen Arten gesucht wurde, die man sich tags zuvor mit Präparaten, Apps, Fotografien und der Birder-Bibel „Svensson“ angeeignet hatte. Ob am Flachsee in Rottenschwil, in Neuendorf oder im heckengesäumten Kulturland von Oensingen: Stets fanden sich Trouvaillen, von der Rohrweihe über spottende Stare bis zum Steinadler am Abschlusswochenende im Gantrischgebiet.

Mit einem Test schlossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Grundkurs ab. Manch eine(r) hatte sich inzwischen unwiderruflich mit dem Birder-Virus angesteckt. Und für nächstes Jahr stehen bereits weitere Kurse auf dem Programm. Die Gäuer Vereine werden einen Botanik-Grundkurs durchführen. Informationen findet man auf der Homepage des NVV Neuendorf (www.nvvneuendorf.ch). (mgt)