Welschenrohr

Zum 50. Todestag von Ehrenbürger Josef Gunzinger

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Bürgergemeinde Welschenrohr gedenkt seinem Ehrenbürger

Grabstein mit Blumen

Bürgergemeinde Welschenrohr gedenkt seinem Ehrenbürger

Am 1. Mai jährte sich zum 50. Mal der Todestag des Welschenrohrer Uhrenfabrikanten Josef Gunzinger. Er verstarb im Alter von 78 Jahren in Heiligenschwendi und wurde auf dem Friedhof Welschenrohr an einem Ehrenplatz unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.

Die Bürgergemeinde Welschenrohr gedachte ihrem Ehrenbürger zum Todestag mit einem Blumenarrangement. In Anerkennung seiner grossen Verdienste um Dorf und Industrie überreichte die Bürgergemeinde Josef Gunzinger 1962 an seinem 70. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft. In einem rauschenden Fest in der Turnhalle feierten Vereine, Schulen, Behörden und Bevölkerung den Geehrten, der sich in einer gehaltvollen Rede „an sein Volk“ wandte und sich herzlich für die grosse Ehre bedankte.

Als Unternehmer und als Politiker prägte Josef Gunzinger nachhaltig die Entwicklung der Gemeinde Welschenrohr. Vor hundert Jahren übernahm er zusammen mit seinen fünf Brüdern von seinem Vater Melchior das Uhrenunternehmen, gründete die Fabrique d’Horlogerie Gunzinger Frères S.A. und führte es unter der Marke „Technos“ über Jahrzehnte durch viele Krisen. Die Firma entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem blühenden Unternehmen, das Welschenrohr bis in die Siebzigerjahre einen gewissen Wohlstand brachte. Den Höchstbestand erreichte das Unternehmen 1970 mit 450 Beschäftigten. Zehn Jahre später wurde die Technos geschlossen. Die Uhrenkrise und der Verlust der Märkte in Brasilien und Japan beschleunigten den Niedergang.

Nicht nur in der Firma sondern auch in der Dorfpolitik machte Gunzinger seinen Einfluss geltend. Die Parteipolitik führte im Dorf zu harten Auseinandersetzungen zwischen den Freisinnigen und den Konservativen, so zum Beispiel der Streit um die Errichtung eines Kindergartens. Auch die beiden grossen Firmen Technos (freisinnig) und Tourist (konservativ) standen in steter Konkurrenz. Erst die Achtziger Jahre mit ihren wirtschaftlichen Problemen brachten eine Beruhigung der politischen Gegensätze. Auch der Wandel in der Gesellschaft trug das Ihre dazu bei. Aber auch heute noch erinnern sich viele Leute an die glorreichen Uhrenzeiten.

Walter Schmid

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