Schnottwil

Wunschkonzert am Samstag in Schnottwil

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Am kommenden Samstag lädt die Musikgesellschaft Schnottwil zu ihrem traditionellen Abend-Konzert. Bei der Programmgestaltung konnte die Dorfbevölkerung mitreden. Wie es dazu kam, erklärt uns der Präsident der MG Schnottwil, Simon Eberhard.

Simon Eberhard, wie kam die Idee auf, die Dorfbevölkerung bei der Programmgestaltung mitreden zu lassen?

Simon Eberhard (SE): Die Idee ist spontan an einer Sitzung der Vereinsleitung aufgekommen. Wir fragten uns, wie wir der Schnottwiler Bevölkerung danken können für die grossartige finanzielle Unterstützung für das Eidgenössische Musikfest in Montreux.

Wie genau seid ihr vorgegangen?

SE: Zunächst haben wir verschiedene Genres definiert. Also zum Beispiel Musical, Filmmusik, Marsch etc. Danach hat unser Dirigent Thomas Trachsel zu jedem Genre drei Stücke aufgestellt. Anschliessend durften zwei Quartiere im Dorf an ihren jeweiligen Quartierfesten im Sommer ein Stück eines Genres auswählen. Dies geschah - so habe ich mir sagen lassen - sehr demokratisch mit einer Strichliliste (lacht). Ein weiteres Stück durfte sich der Gemeinderat aussuchen und zwar, weil auch die Einwohner- und Bürgergemeinde Schnottwil einen nahmhaften Betrag für das Musikfest gesprochen hat.

Wie ist die Aktion angekommen?

SE: Sehr gut! So gut, dass wir uns überlegen, die Aktion auszudehnen. Vielleicht kann man nächstes Jahr auf unserer Vereinswebseite www.mg-schnottwil.ch über das Programm abstimmen. Heute geschieht ja alles online. Da wäre es doch witzig, wenn man per Smartphone seine Stimme für sein Lieblingsstück abgeben kann.

Welche Stücke wurden denn nun konkret vom "Publikum" gewählt?

SE: Konkret sind dies der General Guisan-Marsch von Stephan Jaeggi, die Nabucco Ouvertüre von Guiseppe Verdi sowie Riverdance. Drei Stücke, die jeder kennt, wage ich zu behaupten.

Ein Konzertprogramm zusammenzustellen ist ja nicht ganz einfach. Wie geht denn der Dirigent damit um, wenn ihm quasi drei Titel "vorgegeben" werden?

SE: Das fragen Sie am besten Thomas Trachsel (lacht). Ich weiss es nicht, aber so ganz aus der Luft gegriffen sind die Stücke ja wahrscheinlich nicht. Thomas wird sich bei der Vor-Auswahl schon seine Gedanken gemacht haben. Aber Flexibilität ist grundsätzlich eine grosse Stärke von unserem Dirigenten!

Wie meinen Sie das?

SE: Ui, da muss ich ein bisschen ausholen. Unser Verein ist ein bisschen ein spezielles Konstrukt. Nebst den "Stammspielern", das sind die Vereinsmitglieder, dürfen wir auf ein paar ambitionierte Musiker zählen, die uns immer wieder unterstützen. Dafür wurden wir lange Zeit etwas belächelt, aber mittlerweile kommt fast kein Verein mehr ohne sogenannte "Aushilfen" aus. Im Gegensatz zu den klassischen "Aushilfen" sind unsere "Verstärker" aber seit Jahren fast immer dieselben. Sie kommen zu uns, weil es ihnen bei uns gefällt, die Art, wie wir Musik machen, die Arbeit mit dem Dirigenten etc. Wir unterscheiden nicht mehr so sehr zwischen Aktivmitglied und "Aushilfe". Ausserdem muss man wissen, dass bei uns jeder und jede mitspielen kann. Wer Lust hat, ist willkommen - und sei es nur für ein Projekt (Konzert). Das ist bei uns jederzeit möglich. So, und jetzt komme ich zum Punkt: Dies erfordert eben eine ziemlich grosse Offenheit und Flexibilität seitens des Dirigenten.

Und Thomas Trachsel bringt diese Flexibilität mit?

SE: Und wie! Er ist ein wahrer Meister, wenn es darum geht, innerhalb kurzer Zeit aus einer "wilden" Besetzung einen Klangkörper in Form eines Orchesters zu bilden. Das hat er schon mehrfach bewiesen, so zum Beispiel 2014 beim "Queen-Projekt" mit 150 Musikantinnen und -musikanten.

Was erwartet das Publikum am Samstag nebst den drei vom Dorf ausgewählten Stücken?

SE: Auf dem Programm stehen weitere Leckerbissen wie Armenian Dances von Alfred Reed, Army of the Nile (Kenneth J. Alford) oder der Forest Gump Suite. Bestimmt ist für jeden Geschmack etwas dabei! Aus unsere Küchencrew verwöhnt das hungrige Publikum mit den feinen, legendären Steaks. Dazu gibt es Pommes Frites.

Stimmt es, dass Sie am Samstag nicht mitspielen? Dürfen Sie das als Präsident überhaupt?

SE: Ja, das ist korrekt. Ich bin am Montag zum zweiten Mal Vater geworden und werde mir am Samstag eine kleine Auszeit für meine Familie nehmen. Dieser Entscheid fiel mir bestimmt nicht leicht, aber ich denke, es ist meiner Familie gegenüber nichts als fair. Und ob ich das als Präsident darf? Schauen Sie mal, was in Amerika der künftige Präsident darf!

Konnten Sie in dieser kurzen Zeit noch einen Ersatzman auf der Tuba auftreiben?

SE: Ja, das ist uns tatsächlich gelungen. Mit Stefan Krebs wird mich ein Kollege aus alten RS-Zeiten mehr als würdig vertreten. Wenn es dumm läuft für mich, will der Verein auch künftig lieber mit ihm als mit mir musizieren (lacht). Dann gründe ich eben eine Familiencombo!

Vielen Dank für dieses Gespräch.

Abend-Konzert der Musikgesellschaft Schnottwil.

Leitung: Thomas Trachsel
Zeit: 20.00 Uhr
Ort: MZH Schnottwil
Festwirtschaft mit Steak und Pommes Frites nach dem Konzert.
Mehr Infos unter www.mg-schnottwi.ch

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