Schönenwerd Bürgerschaft traf mit dem am Waldgang gewählten Thema ins Schwarze

Die Bürgergemeinde Schönenwerd lud am 13. Juni Bürger und Einwohner der Gemeinde Schönenwerd zum Waldgang unter dem Motto «Vom Samen zum erntereifen Baum». Bürgergemeindepräsident Edgar Meier konnte eine stattliche Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern sowie Einwohnerinnen und Einwohnern zu diesem Anlass begrüssen. Das gewählte Thema schien die Neugier der Bevölkerung geweckt zu haben.

20 Jahre Bürgergemeindepräsident
Noch vor dem Start zum Rundgang wurde Edgar Meier für seine 20 Jahre dauernde Tätigkeit als Bürgergemeindepräsident kurz geehrt. Dies geschah mit einem ohrenbetäubenden Knall, der gleichzeitig auch die Führung durch Förster Daniel Kleger eröffnete. Durch einen schmalen Fusspfad stieg man vom Waldhaus hinauf auf den Stelliweg, wo Daniel Kleger am ersten Posten die Unterteilung der Bäume umriss. Einfach und verständlich erklärte er den Unterschied zwischen einhäusigen, einhäusig zwittrigen und zweihäusigen Bäumen und die damit verbundenen Strategien der Bestäubung. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren dann zusätzlich, dass der Waldhonig nicht von den Baumblüten stammt, sondern von der Ausscheidung der Blattläuse im Geäst der Bäume.

Zwischen zwei Posten erläuterte Daniel Kleger, wie ein Pilz die Eschenbestände so schädigen kann, dass die Bäume absterben. An einer kleinen Esche, die bereits total abgestorben war, erklärte er, wie der Pilz in den Baum eindringt und ihn zum Absterben bringt. Leider sei man noch nicht in der Lage, diese Baumkrankheit wirksam einzudämmen. Mit Fungiziden könne man nicht vorgehen, da die Krankheit sehr verbreitet sei.

Apéro und Drehorgelklänge
Beim «Bahnhöfli» wurde die Schar mit Drehorgelklängen, dargeboten von Franz Rütsche, empfangen und mit Gebäck und Getränken bewirtet. Während dieser Ruhepause erfuhr man, wie die Natur dafür sorgt, dass der Samen der Bäume möglichst weit gestreut wird. Da sind die fliegenden Samen, wie beim Ahorn, die Wollknäuel der Weiden, die Beeren, welche von den Vögeln und anderen Tieren gefressen werden, und schliesslich die Schwergewichte, die von Vögeln, Eichhörnchen usw. als Vorräte vergraben und oft vergessen werden. Durch diese Variationen wird sichergestellt, dass möglichst viele Pflanzen in genügender Entfernung vom Mutterbaum gedeihen können.

150 Jahre bis zur Shlagreife einer Buche
Bei der letzten Station ging es um den Lebenslauf eines Baumes, der aus dem befruchteten Samen, welcher die komplette Erbmasse (Desoxyribonukleinsäure, DNS oder engl. DNA) enthält, entsteht und bei günstigem Wachstumsverlauf, z.B. bei einer Buche, in 150 Jahren schlagreif ist. Wie Daniel Kleger erklärte, denkt der Förster bei seiner Arbeit langfristig, und er überlässt die Früchte seiner Arbeit den folgenden Generationen.

Musikalischer Empfang und Imbiss zum Abschluss
Nach dem Rundgang wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Musikgesellschaft Schönenwerd empfangen, und allen wurde ein Imbiss offeriert.

Bei lebhaften Gesprächen und lockerer Stimmung fand der Waldgang seinen Abschluss.

Arno Oppliger