Die heutige Gesellschaft ist vernetzt wie noch nie. Das Mobiltelefon unser ständiger Begleiter. Wir sind dauernd online und erreichbar. Was aber, wenn es bei einem Totalausfall dieser Kommunikationssysteme gleichzeitig zu einem katastrophalen Ereignis kommt? Mit dieser Problemstellung setzte sich die Führungsunterstützung der Zivilschutzorganisation Region Lenzburg (ZRL) und das Regionale Führungsorgan (RFO) während dem Frühlings-WK auseinander.

Für den Fall, dass die Bevölkerung im Krisenfall nicht mehr über die konventionellen Kanäle informiert werden kann, haben die Kantone Aargau und Solothurn letztes Jahr ein neues Konzept präsentiert. In jeder Gemeinde muss es mindestens einen sogenannten «Notfalltreffpunkt» geben, den jeder kennt. Die Menschen können dann dorthin gehen und sich informieren. Betrieben würden diese neuen Treffpunkte vom Zivilschutz. Im Minimum müssten zwei Mann anwesend sein, und das im 24-Stunden-Betrieb. Im Gebiet der ZRL werden sich 15 Notfalltreffpunkte auf 13 Gemeinden verteilen und sich mehrheitlich in Schul- oder Gemeindehäusern oder Mehrzweckgebäuden befinden. Die Bevölkerung wird zu gegebener Zeit über die Notfalltreffpunkte informiert.

Die Führungsunterstützung der ZRL mit ihren Unterbereichen Telematik und Lage, deren Aufgabe es ist, die Kommunikation und Führung der Lagekarten sicherzustellen, hat die Errichtung und den Betrieb solcher Notfalltreffpunkte nun praktisch geübt. In einem 24-Stunden andauernden Einsatz wurden von der Telematik Leitungen zwischen Notfalltreffpunkten und Kommandoposten errichtet und betrieben. Der Leitungsbau erstreckte sich von Hunzenschwil bis Othmarsingen und führte durch Wohngebiete, durch den Wald, unter der Autobahn durch sowie über das weite Feld. .

„Aus diesen Einsätzen resultieren wichtige Erfahrungswerte, welche auch vom Kantonalen Führungsstab für die weitere Ausgestaltung dieser Notfallszenarien sehr geschätzt werden“, sagt Rolf Bohler, Stabchef RFO. Hauptzweck der Übung sei es gewesen herauszufinden, was es bedeutet diese Notfalltreffpunkte einerseits zu erschliessen und andererseits auch mit Personal zu besetzen und über eine längere Zeitdauer zu betreiben. Zudem konnte der Leitungsbau am Tag und auch in der Nacht geübt werden. Parallel dazu fand eine Übung des RFO statt, welche ebenfalls einen Langzeiteinsatz bis spät in die Nacht hinein beinhaltete.

„Es macht Spass, unsere Leute arbeiten gut mit“, sagt ein zufriedener Zugchef der Telematik. Die Zivilschützer wurden mit Energydrinks, Kaffee und Schokolade wach und bei guter Laune gehalten und doch machte sich eine gewisse Erleichterung breit, als im Morgengrauen der Rückbau der Leitungen angeordnet wurde.