Nachdem der Buchser Souverän die vom Gemeinderat beantragte und vom Einwohnerrat beschlossene Steuerfuss-Erhöhung um 8 % auf 108 % mit einer klaren Zweidrittelmehrheit abgelehnt hatte, erwartete ich – wie sehr wahrscheinlich die meisten der ablehnenden Stimmbürger auch – dass uns die Behörden im Februar ein neues Budget mit substantiellen Korrekturen und einem klar tieferen Steuerfuss vorlegen.

Leider sind die gewählten Volksvertreter dem Auftrag des Souveräns nicht nachgekommen und haben, ausser ein paar kleinen marginalen Änderungen – die vor allem die „anderen“ spüren sollen – keine grundlegende Budgetüberarbeitung vorgenommen. Im Gegenteil, es wird uns süffisant gedroht, dass bei einer erneuten Ablehnung der Regierungsrat den Steuerfuss, mindestens in der gleichen Höhe wie vom Gemeinderat beantragt, festsetzen werde.

Vielleicht trifft dies zu, vielleicht aber auch nicht.
Fakt ist, dass Buchs im letzten Jahr den Steuerfuss nicht, wie dies andere Gemeinden taten, um 3% reduziert hat. Diese Senkung wäre infolge der Aufgabenverschiebungen von den Gemeinden zum Kanton möglich gewesen; sie wurde im Vorfeld der damaligen Abstimmung, dem Stimmbürger auch versprochen.

Ebenfalls wurden, mit dem vom Kanton vorgegeben neuen Rechnungsmodell HRM 2, bereits abgeschriebene Gemeindegebäude neu bewertet. Diese wurden aufgewertet und müssen nun erneut abgeschrieben werden. Dadurch sind die Abschreibungen stark angestiegen und belasten die Rechnung. Laut Kanton könnten die Gemeinden, mit der vorhandenen Aufwertungsreseve, die Rechnung etwas entlasten. Buchs macht aber davon keinen Gebrauch mehr?

Weiter will der Gemeinderat die Lohnsumme generell um 0,8% erhöhen, trotz der laut ihm äusserst schwierigen finanziellen Lage. Die Lohnsumme, inkl. Sozialabgaben beträgt in Buchs für ca. 50 Mitarbeitende über 6 Mio. Fr.; nicht alle Angestellte von Buchs zahlen auch hier ihre Steuern! Leider ist eine
solche Lohnerhöhung, wie bei den meisten Unternehmen, auch bei meinem Arbeitgeber mit ebenfalls ca. 6 Mio. Fr. Lohnsumme - aber für 85 Mitarbeitende, nicht möglich.
Einen Einfluss auf die gesamten Personalkosten hat auch die sehr grosszügige Regelung betreffend Frühpensionierung, die wir uns für unsere Gemeindeangestellten leisten; in der Regel profitieren v.a. die gut verdienenden am meisten davon.

Ebenfalls hinterfragen darf man das 19 Mio. Franken teure
Schulhaus-Bauprojekt im Risiacher; über eine Million Franken pro Klassenzimmer? Bereits wurden mehrere Mannjahre, nur für die Planung des Ersatzbaus investiert. Unsere Gesellschaft ruft für die zukünftigen Schulen, ob wir dies nun gut oder schlecht finden, nach Tagesstrukturen. Müsste man dann nicht eher auf einen zentralen Volksschulcampus als auf teure dezentrale Lösungen setzen? Auch die Bildungslandschaft, Stichwort „Learnig 4.0“ verändert sich. Und wir planen unsere Schullandschaft wie vor fünfzig Jahren; ist dies die richtige Strategie?

Über teure Beraterhonorare - für alles und jenes, überteuerte Strassensanierungen, unnötige Fusionsabklärungen, Labels und
anderes mehr, habe ich mich schon früher geäussert.

Ich denke, wir sollten uns von den bisherigen Rezepten wie Anweisungen, Kontrollen und es sei alles vorgegeben und nicht mehr beeinflussbar endlich verabschieden. Nur wenn alle mit Leidenschaft an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen, können wir auch in Zukunft Erfolge feiern; der Gemeindesaal und die Dreifachturnhalle realisierten wir damals ohne Steuererhöhung.