Der Passwang Club liess sich in Schönenwerd von kompetenter Seite über die Abstimmungsvorlage zum Bau einer zweiten Gotthardröhre orientieren.
Mit dem profilierten Verkehrspolitiker Walter Wobmann konnte ein ebenso hochkarätiger wir versierter Referent gefunden werden.

Der Nationalrat sprach sich klar für eine zweite Röhre aus. Seine Argumentation entkräftete die Gegenargumente mit Leichtigkeit. So sei der Landverbrauch für die temporären Installationen einer Verladeorganisation sehr gross und insbesondere in den engen Tälern um den Gotthard eine Verschwendung von Kulturland.

Auch die grossen finanziellen Aufwendungen für eine temporäre Infrastruktur solle besser in den dauerhaften Bau einer zweiten Röhre investiert werden. Der Alpenschutz-Gedanke kann mit der Verhinderung der zweiten Röhre kaum umgesetzt werden. Schliesslich werden die Fahrzeuge den Weg einfach über andere Alpenpässe finden, es würde nur eine Verlagerung stattfinden.

Die Bedürfnisse des Tessins dürfen nicht vergessen werden. Mit einer jahrelangen Unterbrechung des Strassenverkehrs durch den Gotthard hätte der Südkanton eine wirtschaftliche Durststrecke zu überwinden.
Besonderes Augenmerk verdient auch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer durch den Gotthard. So sind seit der Inbetriebnahme des Tunnels 30 Tote zu beklagen. Zudem wurde der Tunnel alleine im Jahr 2014 während 95 Vorfällen gesperrt.

Nach dem obligaten Lunch im Restaurant zum wilden Mann in Schönenwerd stand Walter Wobmann den Teilnehmern für Fragen zur Verfügung. Nicht wenige interessierten sich für die Grenzsicherung im Zusammenhang mit den grossen Flüchtlingsströmen in Europa. Der Migrationsspezialist zeigte sich über die offizielle Haltung der Schweiz konsterniert. Länder wie Schweden, Österreich oder Dänemark würden ihre Grenzen wieder kontrollieren - sie versuchen so ein Mindestmass an Sicherheit für ihre Bevölkerungen zu gewährleisten.
Trotzdem will Justizministerin Sommaruga weiterhin keine Kontrolle an den Grenzen. Wobmann warb darum auch für die Zustimmung zur Durchsetzungsinitiative. So kann die Bevölkerung der laschen Haltung Bundesberns in Sachen Sicherheit die rote Karte zeigen.

Die Teilnehmer des Anlasses schätzten die Gelegenheit, einen Nationalrat hautnah als Referenten zu erleben und ihm in persönlichen Gesprächen auch ihre Meinung mitteilen zu können. Entsprechend dankte der Präsident des Passwang Clubs, Hugo Schumacher, dem Nationalrat herzlich für sein Kommen.

Der nächste Anlass des Passwang Clubs findet am 11. März 2015 statt. Im Juni steht dann ein Besuch im Bundeshaus an.