Die „erlinsbacher bühne“ vor der 7. Freilichtsaison

Gespielt wird in der Erlinsbacher Breiti schon seit einer halben Ewigkeit: Fussball hauptsächlich, aber auch bis vor einigen Jahren Pétanque, und am untern Ende haben Wölfli, und Pfadi ihre Heimat oder besser ihr Pfadiheim. Auch dies schon immer ein Ort der Spiele.
Seit 2005 ist die Breiti – gegenüber dem Pfadiheim- auch Freilichtarena der „erlinsbacher bühne“. Bereits zum fünften mal darf hier Mitte August unter dem Sternenhimmel gestaunt, gelacht und geweint werden. Dass das neue Stück „De bös Geischt uf de Breiti“ heisst ist nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, ein gelungener Werbegag. Im Gegenteil: Das Stück der Zürcher Autorin Maria Ineichen-Schüpfer heisst ganz einfach so, schon seit seiner Entstehung. Dass Aufführungsort und Handlungsort des Dialektstücks nun für einmal exakt zusammenfallen, gehört zu den schönen Geheimnissen der Theaterwelt.

Text gelernt und in der Regie von Willi Stadler geprobt wird schon seit Monaten, ebenso an Dialogspässen gefeilt wie an zeitgenössischen Kostümen genäht. Das Volkstück handelt zwar in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, lässt aber durchaus Bezüge zur Gegenwart zu. Der bäuerliche Alltag auf dem Breitihof steht vor einschneidenden Veränderungen. Die ältere Generation möchte zurück treten und dem Nachwuchs Platz machen. Doch da lockt das glamourösere Stadtleben. Dazwischen steht das Personal, Knechte und Mägde, die um ihre Zukunft bangen müssen. Und plötzlich sehen wir auf der gedeckten Tribüne durch unsere heutige Brille diesen Hof als Mini-KMU und gleichzeitig als Grossfamilie. Gedanken werden wach über das Zusammenspiel von Herr und Knecht, über das Funktionieren wirtschaftlicher Strukturen im Kleinen wie im Grossen. Aber auch Gefühle kommen auf wie die Frage nach der Heimat, Solidarität, Liebe, Eifersucht, Hoffnungen. Ein Leben zwischen Geld und Geist. Dass es noch immer die wahre Liebe war, die im Stande ist, die bösen Geister zu vertreiben, das ist ja eine Binsenwahrheit.

Die Breiti und damit der Spielort der „erlinsbacher bühne“ liegt im solothurnischen Erlinsbach, doch die Mitglieder der Theatergruppe, jene auf, neben und hinter der idyllischen Freilichtbühne, stammen aus dem ganzen Erzbachtal, aus beiden Erlinsbacher Gemeinden. Deshalb ist es Tradition, dass die beiden Gemeinden das Patronat innehaben und sich die Gemeindepräsidenten als Patronatsvorsteher abwechseln. Nun ist Markus Lüthy von Erlinsbach AG an der Reihe. Er zollt im Programmheft den Akteuren seine Anerkennung: „Jedes zweite Jahr eine solche Theaterproduktion auf die Beine zu stellen, ist eine grossartige Leistung, welche höchsten Respekt verdient. Dem Trägerverein und dessen Vorstand, allen Schauspielern und allen Helfern, vor und hinter der Bühne, möchte ich an dieser Stelle im Namen beider Gemeinden herzlich danken und gratulieren.“
Und OK-Präsident und Produktionsleiter Hans Steiner erinnert sich gerne daran, dass diese Theatergruppe seit 2001 „mit 143 verschiedenen Rollen insgesamt mehr als 21 000 Zuschauer begeistert hat, und dass sich mehr als 400 Einzelpersonen seither in den Dienst der gemeinsamen Sache gestellt haben“.

Gespielt wird diesmal vom 15. bis 25. August. Erster Vorverkaufstag ist der Samstag, 22. Juni, von neun bis elf Uhr im Gemeindehaus Erlinsbach SO, im ersten Stock. Die legendäre Warteschlange dürfte vorprogrammiert sein. Tickets können auch online bestellt oder nach dem Vorverkaufstag direkt am Schalter der Gemeindekanzlei gekauft werden.
www.erlinsbacherbuehne.ch

Aus Erlinsbach SO Hans M. Eichenlaub