Kürzlich versammelten sich 10 Turnerinnen der Frauenriege Seniorinnen des Sport-und Turnverein Niedergösgen zu ihrer traditionellen Turnfahrt. Bei sonnigem Wetter reisten die top motivierten Frauen mit der SBB ins Wallis. In Visp bestiegen die Turnerinnen das Postauto, das sie nach Grächen brachte. Nach einer kurzen Kaffeepause, begaben sich die Seniorinnen auf ihre Tour entlang der Suone „Bineri“ nach Gasenried. Weil die Niederschlagsmenge in dieser Region sehr niedrig ist, war eine rentable Landwirtschaft seit jeher fast unmöglich. Das erklärt, warum die Bauern schon sehr früh eine Möglichkeit suchten, wie sie das Wasser vom Riedgletscher/-bach an ihre Matten heran leiten könnten. So ist das System der Suonen entstanden, welche das Wasser mit einem ganz geringen Gefälle von der Gletscherhöhe an das Weideland bis heute heran bringen. Quasi alle Wasserleiten haben einen Eigennamen, so auch die Grächner: Die Bineri ist die Unterste die das Gletscherwasser in den Ortsteil Bina führt. Die Drieri wird so genannt, weil sie drei Wässerwasser, d.h. eine Wassermenge von ca. 110 Liter pro Sekunde, führen kann (dri=drei). Chilcheri wird die zweitoberste Suone genannt. Diese fliesst in die Gegend der Kirche. Die Eggeri führt, vom Riedgletscher kommend, das Wasser aus dem Riedbach bis in den Ortsteil Bärgji. Sie ist mit über sechs Kilometern die längste und nach mündlicher Überlieferung auch die älteste der Leitungen. Zur Mittagszeit erreichten die Frauen Gasenried und nutzten die Zeit für eine ausgiebige Mittagspause, bevor sich die muntere Schar auf den Rückweg nach Grächen machte. Nach dem Bezug der Zimmer im Hotel Gädi, durften die hungrigen Frauen ein besonders feines Nachtessen im Restaurant Walliser Kanne zu sich nehmen. Am nächsten Morgen hing dichter Nebel über Grächen, so entschied sich die Gruppe, das Frühstück in aller Ruhe zu geniessen. Wenig später verzogen sich die Nebelschwaden und ein zweiter Sonnentag war den Turnerinnen gegönnt. Der Weg führte an diesem Tag an der Suone „Eggeri“ entlang. Später erreichten die Seniorinnen das Bärgji, weitere 10 Min. später, den Aussichtspunkt Hohtschuggen. Die Vereinsmitglieder genossen die einmalige Aussicht auf das Vispertal bis hinunter nach Visp. Zurück ging die gemütliche Wanderung nach Grächen, über sonnige Weiden und idyllische Wälder. Mit dem Postauto ging es hinunter nach St. Niklaus, mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Visp, von wo die SBB die fröhliche Schar wieder nach Schönenwerd brachte.

05.07.2019 fb