Gutgelaunt trafen sich 22 Turnerinnen des TV Fulenbach zu ihrer Riegenreise. Via Bus und Bahn gelangten wir nach St. Gallen. Leider regnete es in St. Gallen so stark, dass wir beschlossen, nicht auf die vorgesehene Wanderung zu gehen. So verbrachten wir die Zeit in der St.Galler Altstadt. Mit der Appenzellerbahn fuhren wir weiter nach Speicher. Nach dem Zimmerbezug im Hotel «Am Schönenbühl» verbrachten einige die Zeit mit Jassen oder Gesellschaftsspielen, andere marschierten ins Dorf zum Apero. Pünktlich um 17.30 Uhr wurden wir von zwei Kleinbussen abgeholt und ins Erlebnisrestaurant Waldegg, genannt «Schnuggebock», geführt. Was es da alles zu sehen und bestaunen gab. Nun war es Zeit für die Schulstunde. Es hiess «Schulranzen fassen» und ab in die Schulstube. Frau Messerli, unsere Lehrerin, hiess uns willkommen. Wir verwandelten uns in 4.Klässler und mussten die neuen Namen lernen (Klärli, Rösli, Emma, Dikte, Josy, Vreneli usw.). Schon war es Zeit für das erste Diktat. Mit flüssiger Tinte und in Schnüerlischrift zu schreiben, war für einige eine Herausforderung. In der ersten Pause wurde uns eine herrliche Suppe serviert. Weiter ging der Schulunterricht mit Lesen und Rechnen. Rechnen war nicht unsere Stärke und eine Schülerin um die andere musste ins «Schämdieggeli». Schon war die zweite Pause fällig und der Salat wurde serviert. Danach wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt, die «Gschide und die Schlaue». Allgemeinwissen war gefragt. «Die Gschide» waren immer ein bisschen schneller und lagen punktemässig voraus. Nach dem Hauptgang begaben wir uns auf die Schulreise. In Zweierkolonnen marschierten wir um das Gelände, dazwischen mussten wir noch eine sportliche Uebung absolvieren. Beim «Teebüteli-Weitwurf» konnte die Gruppe «Schlaue» ihr Punktekonto verbessern. Ein Fach, das den Fulenbacherinnen liegt, ist Singen. Beim gemeinsamen Singen mit einer Handorgelspielerin gaben wir alles. Wir sangen ihr sogar das Solothurnerlied vor, sodass wir alle die Note 6 erhielten. Beim abschliessenden Dessert fanden die Uebertrittsgespräche statt. Die Lehrerin sah für manche schwarz. Liess doch das Betragen und der Fleiss bei einigen zu wünschen übrig. Sie hatte Erbarmen und entliess alle in die 5. Klasse. Bevor uns die Busse wieder ins Hotel führten, verbrachten wir noch eine gemütliche Stunde mit unserer Handorgelspielerin.

Bei strahlendem Sonnenschein starten wir am Sonntag morgen unsere kurze Wanderung nach Trogen zum Kinderdorf Pestalozzi. Dort erfuhren wir unter kundiger Führung während einer zweistündigen Zeitreise die Entstehung des Kinderdorfes bis zu den heutigen Aktivitäten. Die Geschichte des Kinderdorfes beginnt 1944 mit der Gründung durch Walter Robert Corti. Das Wirken des Kinderdorfes hat sich im Laufe der Jahre geändert. Heute leben keine Kinder mehr stationär im Kinderdorf. Vermehrt wird Wert auf die Bildung gelegt und es finden mehrheitlich Austauschprojekte mit Schulklassen aus aller Welt statt. Die Stiftung ist aber auch im Ausland tätig. So hat es doch Wirkungsstätten auf vier verschiedenen Kontinenten. Zum Abschluss machten wir einen Rundgang durchs Dorf. Bei einem kleinen Imbiss im Haupthaus stärkten wir uns nochmals bevor wir die Heimreise antraten. Zwei wunderschöne, erlebnisreiche Tage sind so rasch vergangen und wir freuen uns bereits auf die nächste Reise.

 Therese Nyffeler