Gretzenbach

Turnen – entlang dem 8. Längengrad

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Am letzten Samstag führte die Abteilung Männer/Senioren des Solothurner Turnverbands ihren traditionellen Frühjahrskurs durch. Über sechzig Turnleiter und Oberturnerkurs aus dem ganzen Kantons trafen sich zu diesem Fortbildungskurs in der Meridian-Turnhalle in Gretzenbach. Bekanntlich verläuft der 8-Grad-Meridian östlicher Länge genau durch den Hauptgang dieser Schulanlage.

Der Präsident der Abteilung, Hans-Peter Lochinger, begrüsste die Turner und Kursleiter und dankte der Männerriege Gretzenbach mit Vereinspräsident Christian Tännler für das Bereitstellen der Räumlichkeiten und die Organisation der Verpflegung.

Die erste Lektion erteilte der technische Leiter Adrian Rudolf von Rohr (Subingen) unter der Überschrift „Stationentraining.“ Er teilte seine Klasse in drei Gruppen auf und verteilte diese auf drei Stationen mit unterschiedlichen Geräten. Er gab jeder Gruppe eine Übung vor, die nach einer Minute durch eine neue zu ersetzen war. Man sah, hier sind erfahrene Turnleiter am Wirken. Sofort ergriffen sie die Initiative und setzten ihre Spezialtricks in Szene für Kraftübungen mit dem Medizinball, dem Thera-Band und für Gleichgewichtsübungen auf dem Balance-Air-Pad.

Sepp Jermann aus Breitenbach zeigte anhand verschiedener Spielvarianten wie Netzball für 20- bis über 70-jährige attraktiv gespielt werden kann.

Selbst ältere Herren, die das Spiel bisher nicht kannten und glaubten, Sachen wie Netzball oder Ball über die Schnur seien nichts für Seniorenturner, wurden sogleich von der Spielfreude erfasst, und begeisterten sich besonders für die Version 5gegen5 mit Zusatzball. Am Schluss seiner Lektion machte Jermann nochmals darauf aufmerksam, dass vor dem Spiel Hände und Finger „eingeturnt“ werden müssen um Verletzungen zu vermeiden.

Gerhard Ernst, Arzt im Ruhestand, jedoch aktiv in der Männerriege Nunningen, referierte über die Gesundheit und die Sicherheit im Sport. Er erklärte, weshalb es wichtiger ist, die körperliche Gesundheit zu erhalten als bloss Krankheiten zu vermeiden. Neben dem Training von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Koordination ist auch die Entspannungsfähigkeit zu fördern. Wer den Ratschlägen nachlebt, könne sein biologisches Alter tiefer halten als das kalendarische, allerdings mit grossen individuellen Abweichen, wie er beifügte.

Unter dem Stichwort „PECH“ (Pause – Eis und Compression – Hochlagerung) repetierten die Kursteilnehmer die Sofortmassnahmen bei einer Sportverletzung. Den Meisten war nicht mehr gegenwärtig wie wichtig die Kompression („C“) ist. Eine satt angebrachte elastische Binde verhindert einen grösseren Bluterguss mit seinen ungünstigen Folgen.

Im praktischen Teil zeigte Gerhard Ernst wie ein verunglückter Turner, zum Beispiel bei einer Vereinsreise im unwegsamen Gelände, mit Rucksäcken transportiert werden kann. Verletzte Schultern, Arme oder Handgelenke fixierten die Turnleiter selber mittels einem umgedrehten Jackenarm, einem Turnleibchen und weiteren Hilfsmitteln. Wer wollte, konnte auch einen Knöchel-, Knie- oder Handverband üben.

Zum Abschluss des Kurses rief Albert Gehrig, Chef Faustball, in Erinnerung, dass am Männerspieltag vom 7. September in Laupersdorf neben Volleyball und Faustball auch Kleinfeld-Faustball angeboten wird. Präsident Lochinger informierte über die neuen Organisatoren der Volleyball-Meisterschaft, die Bewerbung für die Weiterbildungskurse im Frühling und Herbst 2015 und 2016 und dankte allen Teilnehmern und Kursleitern für den äusserst aktiven Einsatz an diesem sommerlichen Samstag.

Hans Frank aus Dulliken

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