Baden

Streifzug durch die Moorlandschaft von Rothenthurm

megaphoneaus BadenBaden

Albert Wickart, unser Expeditionsleiter, hat nicht zu viel versprochen, als er in der Ausschreibung zum Streifzug durch die Moorlandschaft von Rothenthurm über die meist mäandrierende Biber schwärmte. Manchmal näher, manchmal etwas weiter vom Bach entfernt durchquerten die Teilnehmenden der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden (www.vfhk.ch) kleine Moorwäldchen und schritten über weichen Moorboden. - vorbei an artenreichen und mit Fichten, Föhren und Birken locker bestockten Riedwiesen.

Wie immer bei Naturexpeditionen weiss unser Führer jede Pflanze zu beschreiben, jeden Vogel zu orten, jede Vogelstimme zu identifizieren – und sei sie noch so leise. Für alle gut hörbar hat uns der Kuckuck ein gutes Stück unseres Weges begleitet.

Wir waren gespannt, auf diese Landschaft, über die 1987 an der Urne als Naturschutzgebiet anstelle eines Waffenplatzes abgestimmt wurde. Gelernt haben wir, dass die Moore in Mulden und Tälern entstanden sind, nachdem sich die Gletscher zurückgezogen hatten. Auch der Unterschied von Hochmoor und Flachmoor wurde uns aufgrund der Vegetation erklärt: er liegt in der Versorgung der Pflanzen mit Wasser. Im Flachmoor beziehen sie die Feuchtigkeit direkt aus dem nährstoffreichen Grundwasser, im Hochmoor mit seiner typisch buckligen Oberfläche aus Erhebungen (Bulten) steht ihnen indes infolge Sauerstoffmangels des lehmigen und wasserundurchlässigen Bodens für ihr Wachstum nur Regenwasser zur Verfügung. Es können darauf nur sehr genügsame Pflanzen gedeihen, wie z.B. das Scheiden-Wollgras, Heidelbeersträucher oder das Heidekraut. In den Flachmooren konnten wir indes viele Orchideen und Trollblumen bewundern

Sehr erstaunt hat die Exkursionsteilnehmenden, wie intensiv die Wald- und Landwirtschaft direkt am Rothenthurmer Moor gepflegt wird und somit die urtümliche Pflanzen- und Tierwelt nun auf die geschützten inselartig verteilten Reste zurückgedrängt wird und dadurch wohl auch akut gefährdet ist. An diesem leider etwas trüben und kalten Tag haben wir es aufgegeben, die Traktoren mit ihren Güllenwagen zu zählen: es waren erschreckend viele!

Die Berichterstatterin: Vrena Moritzi Schmid

Meistgesehen

Artboard 1