Veltheim (AG)

Sechs Jahrzehnte Qualität und Präzision aus Veltheim

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Inhaber Claude Werder (links) und Raphael Vögtli, Kaufmännischer Geschäftsleiter.

VCU Aargau bei Samuel Werder AG, Veltheim

Inhaber Claude Werder (links) und Raphael Vögtli, Kaufmännischer Geschäftsleiter.

Wie behauptet sich ein KMU erfolgreich seit Jahrzehnten in umkämpften Märkten? Die Vereinigung Christlicher Unternehmer Aargau/Solothurn (VCU) hatte Gelegenheit zu einer Besichtigung der Samuel Werder AG in Veltheim. Claude Werder, Inhaber in zweiter Generation, und Raphael Vögtli, Kaufmännischer Geschäftsleiter, informierten die Besucher über das A und O der hochqualifizierten Feinwerktechnik. Die Teilnehmer erhielten Einblick in die Philosophie des Familienunternehmens und in die Hightech-Produktion.

«In unserer Branche haben wir mit grosser Konkurrenz zu kämpfen» so Claude Werder gleich zu Beginn. Bei Anbietern aus dem Nahen Osten und China beispielsweise profitieren potentielle Kunden von markant tieferen Preisen. Dank modernsten Maschinen, langjähriger Erfahrung und grosser Investitionsbereitschaft behauptet sich die Samuel Werder AG aber gut im Markt. Claude Werder: «Wir sind aktuell sehr gut ausgelastet.» 2015 gewann die Firma den Aargauer Unternehmenspreis in der Kategorie Industrie- und Produktionsunternehmen. Die Geschichte von Samuel Werder AG beginnt 1957, als der Gründer Samuel Werder die erste mechanische Werkstatt in den Kellerräumen seines Elternhauses einrichtet. Sieben Jahre später zieht der Betrieb mit fünf Mitarbeitern in einen ersten Neubau in Schinznach-Bad um. 1998 überträgt Samuel Werder die Geschäftsleitung an seinen Sohn Claude Werder. Im Jahre 2000 folgt dann der Neubau im Industriegebiet Werd in Veltheim. 2014 kommen noch der Erweiterungsbau und eine erneute Verdoppelung der Produktions- und Lagerfläche hinzu. Die vielen Kunden kommen aus aller Welt.

Präzision, Flexibilität und Zuverlässigkeit

«Für uns zählt Präzision, Flexibilität und Zuverlässigkeit» so Werder. Diese Faktoren bieten den Kunden vor allem eins: optimale Sicherheit. «Dazu ist es uns wichtig, immer auf die Wünsche der Kunden einzugehen». Die Produktion der Teile basiert konsequent auf den Zeichnungen und Vorgaben des Kunden. Samuel Werder AG unterstützt aber auch bereits bei der Entwicklung anspruchsvoller Werkstücke, um dafür eine möglichst optimale und kostensparende Fertigungstechnik zu finden. «Gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung zu finden, ist für die Geschäftsbeziehung sehr förderlich», so Raphael Vögtli.

Drehen, fräsen und messen

Mit seinen 70 CNC-Fräs- und Drehmaschinen bearbeitet das Familienunternehmen Aluminium, Stahl, Titan, Silber, Messing, Bronze, Neusilber, Magnesium und Kunststoffe. Die Feinwerktechnik verlangt höchste Präzision. Diese wird durch die CNC-Maschinen möglich, verlangt anderseits aber auch erfahrene Fachkräfte. Um die produzierten Teile zu überprüfen und dokumentieren, verfügt die Firma über einen eigenen vollklimatisierten Messraum mit hochpräziser 3D-Messtechnik. Ob Turbolader, Bluttestgeräte oder Medizinaltechnik – Produkte der Samuel Werder AG finden sich in vielen Bereichen.

Ausbildung, Theorie und Praxis

Der Blick hinter die Kulissen faszinierte die Besucher. Beim exzellenten Apéro entfacht sich eine spannende Diskussion über die Entwicklung des Berufsbildungswesens in der Schweiz. Um den fachlichen Nachwuchs zu sichern, hat die Samuel Werder AG aktuell fünf Polymechaniker in Ausbildung. Im Polymechaniker sind die Grundlagen früherer Berufe wie Mechaniker, Feinmechaniker, Werkzeugmacher, oder Maschinenmechaniker enthalten. Werder kritisiert dieses Berufsbild. «Ein Polymechaniker hat im Vergleich zu den früheren Berufsleuten heute zwar viele Kenntnisse in verschiedenen Bereichen, aber leider nur oberflächlich und ansatzweise», so Werder. «Ebenso spielt die Theorie in der Ausbildung eine immer grössere Rolle. Wenn ein Lehrling gute Noten schreibt, heisst das aber nicht automatisch, dass er auch über die so wichtigen handwerklichen Fähigkeiten verfügt». Deshalb vertraut Claude Werder bei der Selektion seiner Lehrlinge nicht primär auf gute Zeugnisse, sondern vor allem auf die Resultate bei Probearbeiten und Schnupperlehren im Betrieb.

Werder: Vaterschaftsurlaub selbstverständlich
Das Familienunternehmen Samuel Werder AG, Veltheim, beliefert seit 60 Jahren seine Kunden mit Metall- und Kunststoffteilen in höchster Präzision. Das KMU beschäftigt 70 Mitarbeitende und 6 Lernende. Grosser Stellenwert hat bei Inhaber Claude Werder das familiäre Verhältnis sowohl zu den Mitarbeitenden wie auch zu Kunden und Lieferanten. Dazu gehört beispielsweise auch der Vaterschaftsurlaub, der für Claude Werder selbstverständlich ist. Claude Werder: «Wir sind überzeugt, dass man langfristig nur mit hoher Qualität und Fairness erfolgreich sein kann. Oder kurz und bündig: Behandle Deine Mitmenschen so, wie Du selbst behandelt werden möchtest.» Mehrheitsaktionär Claude Werder hat 2017 die operative Leitung an die beiden langjährigen Mitarbeiter André Stäger und Raphael Vögtli abgegeben und präsidiert noch den Verwaltungsrat.

Respekt, Fairness, Verantwortung

Mit Anlässen zu aktuellen Themen fördert die Vereinigung christlicher Unternehmer VCU den Erfahrungs- und Meinungsaustausch unter den Mitgliedern sowie mit Fachleuten und interessierten Gästen. Hauptfokus ist laut VCU-Präsident Louis Dreyer dabei das «Wirtschaften mit Werten». Ziel der Vereinigung ist es, ihren Mitgliedern unternehmerische, gesellschaftliche und ethische Impulse zu vermitteln und ihre Verantwortung im Umgang mit Gesellschaft und der Welt wahrzunehmen. Dies ganz nach dem Motto: «Respekt – Fairness – Verantwortung».

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