Schönenwerd

SBB: Automaten ersetzen Menschen

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Um Staus beim Lösen der Fahrkarten zu vermeiden, wurde am Bahnhof Schönenwerd ein zweiter Billettautomat aufgestellt.

Um Staus beim Lösen der Fahrkarten zu vermeiden, wurde am Bahnhof Schönenwerd ein zweiter Billettautomat aufgestellt.

Seit dem 13. Dezember 2014 ist der Bahnschalter Schönenwerd nicht mehr besetzt. Die SBB verfolgt damit eine bewährte Strategie, um Personal und damit auch Geld einzusparen. Genau wie in vielen anderen Schweizer Gemeinden stösst dieser Entscheid auf Unverständnis bei der Bevölkerung. Anstelle eines Schalterbeamten, der sich im Billettdschungel unserer Verkehrsbetriebe auskennt, wurde jetzt ein zweiter Billettautomat aufgestellt, an dem die Fahrausweise selbstständig durch den Bahnbenützer gelöst werden können. Gedacht an jene Bahnbenützer, die mit den modernen elektronischen Geräten nicht vertraut sind, hat die SBB dabei nicht. Von jungen Billettbezügerinnen und -bezügern bekommt man hie und da zu hören: «Man kann die Fahrausweise ja mit dem iPhone buchen.» Ein anderer guter Rat lautet: «Die Billette werden in Aarau immer noch am Schalter abgegeben.» Immerhin deckt der Bahnhof Schönenwerd ein Gebiet mit rund 12'100 Einwohnerinnen und Einwohnern ab, welche ab Schönenwerd verreisen könnten. Die fünf Gemeinden Schönenwerd, Niedergösgen, Gretzenbach, Eppenberg-Wöschnau und Obergösgen (bei der Einwohnerzahl nur mit 20 Prozent berechnet) verlieren mit der Neuregelung einen kompetenten Ansprechpartner, der nie durchs Internet ersetzt werden kann. Ein Fazit kann gezogen werden: kundenfreundlich ist die SBB-Politik in diesem Bereich nicht. Dass dieses Argument kein Gewicht hat, wissen wir. Dass aber mit dieser Sparpolitik die einst hoch geschätzte Schweizerische Bundesbahn an Attraktivität verliert, ist eine Tatsache.

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