Aus seiner Arbeit als Wirtschaftsjournalist bei Radio SRF hat Samuel Emch im lockeren Gespräch erzählt, nämlich im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚HessigkoferInnen erzählen…‘ des Vereins Hessigkofen, am 17. März im Alten Schulhaus.

Eine Karriere als Wirtschaftsjournalist ist nicht einfach so planbar. Der heute 36-jährige Hessigkofer kam schon während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften mit dem Mikrofon in Kontakt, fand Gefallen daran und verstand es, sein Fachwissen mit dem Medium Radio zu verbinden. Zum nationalen Sender auf den Kanälen Radio SRF 1 und SRF 3 kam er  nach einigen Umwegen über verschiedene Privatradios in der Schweiz (Canal 3, Radio Extra Bärn, Capital FM) und als Marketingbeauftragter der Espace Media AG in Bern. Seit 2012 macht Samuel Emch seinen HörerInnen auf Radio SRF meist komplexe Zusammenhänge mit markanter Stimme verständlich.

Wohnhaft in Zürich ist er Teil der 15-köpfigen Wirtschaftsredaktion von Radio SRF, die täglich eine Unmenge von Mitteilungen, Informationen, Ereignissen verarbeitet, zu Kurzbeiträgen kondensiert, diese mit tönendem Archivmaterial, mit Recherchen und Interviewkontakten anreichert und dann zeitlich möglichst aktuell auf den Sender bringt. Material gibt es sehr viel, die Sendezeit ist limitiert, also trifft der Wirtschaftsjournalist laufend wichtige Auswahlentscheide. ‚Heute ist es leider so, dass es viel mehr PR-Spezialisten von Firmen, Verbänden und Interessegruppen gibt als unabhängige Wirtschaftsjournalisten‘ meint Emch dazu. Sich nicht instrumentalisieren zu lassen und möglichst objektiv und neutral zu informieren über das, was die HörerInnen betrifft und interessiert, ist heute die grosse Herausforderung eines Wirtschaftsjournalisten.

Emch ist zuversichtlich für die schweizerische Wirtschaft. Die Unternehmen seien anpassungsfähig und innovativ, die MitarbeiterInnen von höchstem Bildungsstand und das gesellschaftlich-politische System garantiere Zuverlässigkeit und Sicherheit. Das Besteuerungssystem sei nur einer von vielen Faktoren.

Die gegen 40 ZuhörerInnen haben mit grossem Interesse etwas aus dem Innern des Mediums Radio erfahren. Sie schätzten die sachliche und auch humorvolle Art des Referenten. Besonders besorgt zeigten sie sich, wenn es um Fragen der Beeinflussung, der Manipulation, der versteckten Werthaltungen ging. Mit grossem Applaus zeigten sich die HessigkoferInnen stolz auf ‚ihre‘ vertraute Radiostimme von Samuel Emch, und ein paar Stimmen gegen die laufende No-Billag-Initiative dürfte er an diesem Abend auch gesichert haben...