Seit einigen Wochen laufen die aufwändigen Bauarbeiten an den beiden neuen Brücken über die zwei Aareläufe zwischen Rupperswil und Auenstein beim beliebten Schwimmbad. Hier soll ein neuer Übergange für den Langsamverkehr entstehen. Geplant ist ein Brückenüberbau als Holzkontruktion mit einer Nutzbreite von 3.50 m parallel zu den bestehenden Übergangen. Abgestützt werden die beiden Brücken mit 4 Betonpfeilern auf dem Aarekanal und 2 Pfeilern über dem Unterwasserkanal. Für den Bau sind Kosten von 5.70 Mio CHF geplant. Das Projekt ist  im Juni 2019 gestartet und soll Ende April 2020 eingeweiht werden.

Aber entsteht hier wirklich nur ein neuer Übergang für Fussgänger, Kinderwagen und 2-Räder? Angesichts der äusserst aufwändigen Bauarbeiten mit der kostspieligen Baustelleninstallation fragt sich der aufmerksame Beobachter: Wird hier die richtige Brücke erstellt? Wäre es nicht klüger gewesen, auf diesen neuen mächtigen Stützpfeilern eine neue 2-spurige Strasse zu erstellen und die alte aus dem Jahre 1943 während des 2. Weltkrieges erstellte nur 3.20 m breite einspurige Brücke mit Minitrottoir zukünftig für den Langsamverkehr zu verwenden.

Die Notwendigkeit einer separaten Spur für den Langsamverkehr ist unbestritten. Aber der Engpass für den motorisierten Verkehr bleibt mit diesem Bau bestehen und die Erstellung einer zweispurigen Strasse wird nur aufgeschoben! Die Kosten für den späteren Abbruch und den notwendigen Ersatz der beiden alten über 75-jährigen Brücken wird in ein paar Jahren ein Mehrfaches der jetzt budgetierten Kosten betragen. Eine durchgehende 2-spurige Strasse zwischen Rupperswil und Auenstein wäre auch logisch, nachdem auf der Rupperswiler Seite seit Kurzem die Stecke auf der Höhe Auhof ausgebaut, eine neue Brücke über den Steinerkanal erstellt und die Verbindung von Aarau her über den grosszügig ausgebauten neuen Kreisel Rotholz geführt wird. Hoffentlich bleibt die gemeinsame Feuerwehr Rupperswil-Auenstein bei einem Ernsteinsatz im Nachbardorf vor dem neuen Rotlicht der beiden alten einspurigen Aarebrücken nicht unnötig stecken!

Rolf Wildi, Rupperswil