Das Matinée-Konzert der Musikgesellschaft Schnottwil gehört für viele zum Muttertag einfach dazu. Warum das so ist? Ein Erklärungsversuch von Simon Eberhard, Präsident des Vereins.

Simon Eberhard, was macht das Matinée-Konzert der MG Schnottwil so beliebt?

Simon Eberhard (SE): Es ist tatsächlich so, dass sich das Matinée-Konzert grosser Beliebtheit erfreut. Darauf sind wir stolz. Der Grund für den grossen Publikumsaufmarsch kennen wir aber nicht wirklich. Es ist wahrscheinlich ein Mix aus verschiedenen Faktoren.

An welche "Faktoren" denken Sie?

SE: Nun, einerseits ist das Konzert am Muttertag für viele einfach zur liebgewonnenen Tradition geworden. Immerhin gibt es das Matinée-Konzert ja auch schon seit 1826 (lacht)! Es ist so etwas wie das Neujahrskonzert in Wien, das einfach dazugehört. Das Programm ist abwechslungsreich und kurzweilig und im Anschluss an das Konzert überreichen wir allen Frauen eine Rose - ebenfalls längst zur Tradition geworden. Genauso wie der Apéro. Danach gehen viele unserer Besucher in ein umliegendes Restaurant zum Essen. Das sind doch ideale Voraussetzungen für einen wunderbaren Sonntag.

Wie ist das Matinée-Konzert entstanden?

SE: So ganz genau weiss man das nicht mehr. Klar ist, dass der Verein 1826 von den Arbeitern im Steigrüebli gegründet wurde. Die haben dort Mühlesteine aus dem harten Muschel-Kalkstein herausgekerbt. Auf dem Wasserweg wurden die Steine anschliessend von Büren an der Aare aus bis nach Holland transportiert. Eine kräftezehrende Büez mit langen Arbeitstagen wie sie damals üblich waren. Folglich blieb den Mannen nicht viel Zeit für ihre Familien. Eine Legende besagt, dass ein Mann, den man einfach "Steinfritz" nannte, die glorreiche Idee hatte, den Frauen zuhause am arbeitsfreien Muttertag ein Ständchen zu spielen. Das sei der Beginn einer langen Tradition gewesen.

Wahrlich, eine schöne Geschichte. Was erwartet das Publikum am kommenden Sonntag?

Genauere Angaben zu den einzelnen Stücken machen wir beim Matinée-Konzert nicht. Klar ist einzig, eben wie beim Wiener Neujahrskonzert, mit welchem Stück das Konzert aufhört. Während dies bei den Philharmonikern der Radetzky-Marsch ist, ist es in Schnottwil Stephan Jäggis Solothurner Marsch.

Am 8. Mai findet auch noch der slowUp Solothurn-Buechibärg statt. Weshalb hat man das Konzert nicht verschoben?

SE: Das Matinée-Konzert kann eigentlich nur am Muttertag aufgeführt werden (lacht). Der slowUp musste aus irgendeinem Grund vorverschoben werden. Das gabs schon einmal und hatte keine grossen Auswirkungen auf unser Publikum. Auch dieses Jahr ist die Zufahrt bis 9 Uhr kein Problem, danach gibts signalisierte Umleitungen. Und der Schulhausparkplatz ist für unsere Gäste reserviert.

Vielen Dank für dieses Gespräch.

Matinée-Konzert der MG Schnottwil am Sonntag, 8. Mai. 10.00 Uhr in der MZH Schnottwil. Eintritt frei, Kollekte. Leitung: Thomas Trachsel.