Eine Fortbildungsreise in die Kulturlandschaft von Klöstern, Kirchen und Dörfern mit eigener Schönheit, rund um den Untersee, war am Tag des Heiligen Bruder Klaus angesagt. Pfarreiangehörige, Familien, Pfarreiräte, Lektoren und 15 Kinder verbrachten so einen speziellen Sonntag. Ein seltenes Kleinod sind die Häuschen der schweigsamen Kartäusermönche in Ittigen (Thurgau). Jeder hatte eine Karthause mit Garten zum Beten, Arbeiten und Ruhen. Die vielfältigen Kräutergärten, der Klosterladen und die gesamte mittelalterliche Anlage erfreute die Herzen und Sinne der Reiseteilnehmer. Vor allem das Thymianbeet hatte es den Kindern angetan, sie genossen den ätherischen Duft, der beim draufliegen schon damals die Mönche durch das Freisetzen der Duftstoffe erquickte. Die uralte romanische Wallfahrtskirche zur Gnadenmutter Maria auf dem Schienerberg gelegen, fesselte durch den wuchtigen romanischen Bau und der Geschichte. Im 16. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben führte das Translationswunder, der geheimnisvolle Übergang des Marienbildes von der höher gelegenen Michaelskapelle in die baufällig gewordene Kirche dazu, dass diese mühsam wieder erneuert, eingeweiht und weitergeführt wurde. Mit einer besinnlichen Andacht und weiteren Erklärungen zu den Bildern und Statuen, wurde der Kirchenbesuch ausgefüllt. Die anschliessende Fahrt entlang dem Untersee führte über Wangen, einem malerisches, deutsches Dorf am Seerhein gelegen. Es war wie die ganze Halbinsel Höri während des grossen Krieges Rückzugsort als entartet angesehener Künstler wie Otto Dix. In Gaienhofen lebte für sieben Jahre der junge und noch erfolglose Schriftsteller Hermann Hesse, der hier seine materiell bescheidensten, dafür aber glücklichsten Jahre verbrachte.

Im Hirschen Horn, früher eine Wirtschaft mit Metzgerei, heute ein florierendes Restaurant mit Pension und grosser Gartenwirtschaft liessen sich die Reisenden
das Mittagessen mit Fisch vom Untersee oder Braten munden. Fantastisch war der Blick von der Kirche Horn über den Rheinsee nach Steckborn und Berlingen bis Konstanz und auf der deutschen Seite Radolfzell und die Insel Reichenau. „Von den grossen Klöstern", erklärte Hans Suck, Pfarreileiter, „hätten nur diejenigen die Wirren von Reformation und Politik überlebt, die nicht selbstgenügsam waren, sondern offen für Neues blieben. Die grossen Benediktinerklöster die jahrhundertelang eine Kultur der Blüte von Bildung, Wirtschaft und Bibliothek hervorbrachten existieren teilweise ohne Mönche heute weiter. Ihr Erbe, die Verbrüderung über Grenzen hinweg, die gegenseitige Unterstützung um einen Fortbestand, ihre Weltoffenheit lebt heute in den politischen Gemeinden der Regio Untersee/Bodensee fort", meinte der Pfarreileiter weiter. In Stein am Rhein hatten die Teilnehmer freien Ausgaben für einen Besuch der sehenswerten Altstadt, Flussgestade und Umgebung. Auf der Heimfahrt über die Autobahn kam es an den gewohnten Stellen vor Zürich noch zu einem Rückstau. Ein wunderschöner Tag erfreute und entliess beglückte Pfarreiangehörige zurück ins Niederamt.

Bild: Gruppenbild vor dem Dorfladen in Schienen