Solothurn

Neue Ideen müssen her in die Ortsplanung

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Neue Ideen müssen her in die Ortsplanung 

az 16.05.2018 Eintreten auf die Ortsplanungsrevision mit Nebengeräuschen beschlossen – zweite Runde am 5. Juni.

Zurzeit läuft die dritte Phase der Ortsplanungsrevision in der Stadt Solothurn. Der Gemeinderat berät am 5. Juni die Details. Solothurn will und wird wachsen. 3‘000 Neuzuzüger bis 2035 sind prognostiziert.

Die Planungsbehörden wollen Platz schaffen für diese neuen Einwohner. Deshalb sind Gebiete wie Weitblick, Wildbach und andere zu überbauen. Es ist aber gar nicht nötig alle Gebiete zu überbauen, denn mit der geplanten erhöhten Ausnützungsziffer in den bestehenden bebauten Gebieten, kann viel zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. Dies entspricht auch den Vorgaben mit der Verdichtung nach Innen. Somit bräuchte es gar keine Bebauung von noch nicht bebautem Naturland.

Die Auszonung des Areals Wildbach wäre eine neue Strategie für die Ortsplanung. Die anfallende Entschädigung kann mit dem Budgetüberschuss der Stadt und mit Bundeshilfe gut durchgeführt werden. Warum dies? Der Wildbach ist noch nicht erschlossen, ist in einer Zone mit einem sehr hohen Grundwasserspiegel und besitzt noch keine echte Anbindung ans Verkehrsnetz. Von den knapp 400 geplanten Parkplätzen würden viele Autos das bereits heute überlastete Straßennetz Biel- und Gibelinstrasse belasten. Im Quartier gäbe es eine massive Zunahme des Durchgangsverkehrs, der neben den Anwohnern auch die Schüler und Schülerinnen des Schulhauses Brühl stark gefährdet.

Das Argument, dass die neuen Bewohner größtenteils den ÖV nutzen wäre wünschenswert, entspricht leider nicht Realität. Heute wird die neue SBB-Station Bellach von max. 20% Personen aus den angrenzenden Wohngebieten von Solothurn benutzt. Hauptnutzer/innen sind Bellacher/innen. Auch die Buslinien Nr. 5 + 7 werden heute zwischen Ulmenweg und der Endstation Brühl nur von wenigen Mitfahrenden benutzt. Es ist somit eine Illusion, dass die Bewohner einer Rendite-Grossüberbauung mit riesigen Mehrfamilienhäusern, die bis 230 Meter lange sind ein Gewinn für das Quartier sind, sie sind eine zusätzliche Belastung. Wollen wir das?

 Christoph Dengler, Solothurn

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