Selbstverständlich eröffnete das Veteranenspiel Kanton Solothurn sein Jubiläumskonzert unter der Direktion von Robert Grob mit der eigenen Erkennungsmelodie. Nur wurde sie diesmal gesanglich begleitet durch die Geschwister Biberstein. Sie waren nämlich die Gastformation bei „Musik-um 3“ in Trimbach. Musik und Text sind von Arno Müller. Diese beiden, also Grob und Müller zeichnen gemeinsam für den Marsch mit welchem das Programm fortgesetzt wurde. Den wählte das Veteranenspiel auch nicht zufällig. Klar wird der Grund erst, wenn man den Titel versteht. Er heisst „Präsanto“. Dabei kommt Präs von Präsident und anto von Anton. Gemeint ist Anton Hagmann. Bedacht wurde er mit diesem Marsch für seine Verdienste als Präsident seines Musikvereins. Mit der genau gleichen Energie setzte er seinen alten Traum eine Formation aus erfahrenen Musikanten zusammenzubringen um. Am 17. Januar 2008 setzte sich eine erstaunlich grosse Zahl jung gebliebener Musikanten und bereits auch einige Musikantinnen an die Notenpulte im Probelokal der Musikgesellschaft Kestenholz. Es war die erste Probe des Veteranenspiels. Alles auf Veranlassung und bestens organisiert von Hagmann. Seither ist das Veteranenspiel ständig gewachsen, aber noch immer führt es Hagmann administrativ. Mit dem Wechsel der musikalischen Leitung zu Robert Grob vor einigen Jahren änderte sich einiges. Es entstand beispielsweise der Förderverein der mit diesen Konzerten um 3 ein grosses Publikum beglückt. Grob verstand es selbst internationale Stars zu gewinnen. Diesmal war es neben den Geschwistern Biberstein der deutsche Kapellmeister Günter Krause. Seinen eigenen „Geburtstags-Marsch“ hat er zum Jubiläum des Veteranenspiels mitgebracht. Selbstverständlich dirigierte er ihn auch selber. Als Arrangeur trat er mit dem Medley „Berliner Melodien“ in Erscheinung. Weil die verwendeten Teile vorwiegend Lieder sind, kamen die Geschwister Biberstein zum Einsatz. Als zusätzliche Sänger kamen bei „Richtige Männer wie wir“ Robert Grob und Günter Krause dazu. Die vier singenden Schwestern waren auch bei Kurt Broglis „An American in Switzerland“ unentbehrlich. Vielleicht am bekanntesten sind sie mit „So ein Tag“. Das wurde in einem neuen Arrangement von Aron Müller aufgeführt. Viel frischer und gefälliger kam auch Teddy Stauffers Oldie „S’Margritli und d’Soldate“ daher. Auch da liess Arno Müller als Arrangeur seine Fähigkeiten aufblitzen. Zwei überzeugende Auftritte lieferte auch die Tambouren-Sektion. Die steht unter der Leitung von Hans Luterbacher. Von eben diesem Luterbacher ist „dr Luchs“. Darin versteckte er alle klassischen Baslerfiguren. Mit diesem Baslermarsch - bewusst langsam gespielt - eröffneten die Tambouren ihren Beitrag. Den gewünschten Kontrast schafften sie mit „Flight 16-80“. Die Idee zu diesem rassigen Marsch im amerikanischen Stil sei ihm auf einem Langstreckenflug eingefallen, verriet Dominique Magnin. Beim zweiten Set spielten die Tambouren im Halbdunkel den Klassiker „D’Ysebahn“ von Dr Fritz Berger. Über ihren Köpfen dampfte in einer zeitlich passend zurecht montierten Videoprojektion ein dampfgezogener Zug durch die Nordwestschweiz. Für den zweiten Titel verschwanden die Tambouren aus dem Halbdunkel in schwarze Nacht. Aufgeteilt in zwei Gruppen trommelte eine mit roten und die andere mit blauen Leuchtsticks. Erst die farbigen Lichtspuren verrieten, dass beide Gruppen unterschiedliche Figuren trommelten. Geschrieben hat diese mit „Duell“ betitelte Komposition Alex Haefeli.

Hans Blaser