St. Martinsfeier in der Einsiedelei St. Verena

Der Hl. Martin von Tour war ein vom Volk verehrter und beliebter Bischof in Frankreich. Um das Jahr 317 n. Chr. als Sohn eines römischen Tribun geboren, musste Martinus mit 15 Jahren zuerst in eine Reiterabteilung in Gallien eintreten. Er wurde bereits mit 18 Jahren vom späteren Heiligen Bischof Hilarius getauft. Bevor er 356 n. Chr. aus der Armee ausgetreten war, begegnete Martin vor dem Stadttor von Amiens als Soldat hoch zu Ross einem frierenden Bettler. Ihm schenkte er die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels. In der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus mit dem Mantelstück bekleidet. Er war es, der Martin als Bettler geprüft hatte. 372 n. Chr. wurde er auf Drängen des Volkes Bischof von Tours. Die Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten. Der volkstümliche Brauch der Martinsgans, die man vielerorts zum Martinsfest verzehrt, rührt wohl von dieser Geschichte her. Beim Volk war Martin beliebt als ein gerechter, treusorgender Bischof. Seine Lebensweise blieb asketisch. Am 8. November 397 n. Chr. starb Bischof Martin und schon bald danach begann die Verehrung des bald heiliggesprochenen Bischofs, der zusammen mit dem Hl. Nikolaus von Myra, als erste nicht Märtyrer zu Heiligen wurden. Der Martinstag oder der "St. Martinitag" am 11. November geht auf die Grablegung des Hl. Martins zurück. Seit Jahrhunderten werden in Europa viele Martins-Bräuche gelebt. Traditionell war die Martinsgans, verbunden mit dem "Zehnten", die Entrichtung des zehnten Teils des Ertrages des Volkes an ihre Landesherren. Auch wurde der junge Wein das erste Mal gekostet. In vielen Regionen wird der "St. Martins-Umzug" durchgeführt. Bei den Umzügen ziehen die Menschen mit Laternen durch die Strassen der Dörfer und Städte. Die Gesellschaft Einsiedelei St. Verena führt auch am kommenden Martinitag, Samstag den 11.11.2017 um 19 Uhr den Laternenzug durch. Der Zug startet auf dem Parkplatz des Altersheims Wengistein in Solothurn und führt durch die Verenaschlucht zur Einsiedelei. In der St. Martinskapelle wird ein Gottesdienst zu Ehren des Hl. Martin gehalten. Es sind alle herzlich dazu eingeladen.