Am letzten Samstag versammelten sich gegen 60 Turnleiter des Solothurner Turnverbands im Sportzentrum Zuchwil zu einem Weiterbildungskurs. 

Abteilungschef Hans Peter Lochinger eröffnete den Kurs mit dem Lied „Lustig ist das Turnerleben“. Der technische Leiter Adrian Rudolf von Rohr präsentierte das Programm mit den Lektionen „Das 3-Spiel-Turnier“, „Erhalten und Fördern der körperlichen Beweglichkeit“, „Schnellkrafttraining“ und „Gymnastik“. 

Das 3-Spiel-Turnier 

Das Kind im Manne spiele gerne, meinte Adrian Rudolf von Rohr und legte deshalb das Schwergewicht des Kurses auf das Vermitteln der seit dem 1. Januar gültigen Regeln zum offiziellen 3-Spiel-Turnier des Schweizerischen Turnverbands. Das Turnier besteht aus Prellball, Ringtennis und dem Gobaspiel und wird bei verschiedenen Turnfesten als Wettkampf angeboten. Die Spiele verbessern die Beweglichkeit, die Schnellkraft und die Kondition, und - wie die praktischen Übungen deutlich zeigten – erfreuen Herz und Gemüt der Spieler. 

Das Gobaspiel ist ein Rückschlagspiel mit Elementen aus dem Tischtennis und dem Badminton. Es wird mit einem runden Brettchen gespielt, das direkt an der Handfläche befestigt ist. Mit diesem Gerät trifft man den Ball leichter als mit einem Schläger. Doch ohne Üben geht auch hier nichts. Ringtennis wird mit einem Moosgummiring gespielt und die Regeln gleichen jenen des Volleyballs. Beim Prellball über ein Netz von 40 cm Höhe wird der Ball mit der Faust geschlagen. Erfolgreich ist nur, wer sehr differenziert - mal mit starkem Hieb, mal mit sanftem Stoss - den Ball spielt. 

Beweglichkeit: die Übungen dem Hund abgeschaut 

Zum Erhalt der Lebensqualität und um den Verlust der Selbständigkeit zu verhindern, ist körperliche Bewegung für ältere Menschen besonders wichtig. Ziel ist, sich auch im hohen Alter problemlos bücken, strecken, drehen und krümmen zu können.

Für seine Lektion zum Beweglichkeitstraining hat sich Adrian Rudolf von Rohr von seinem Haustier inspirieren lassen. Nach dem Erwachen würde dieses ein ausgedehntes Dehnprogramm absolvieren, bevor es seinen Meister um einen Spaziergang anbettelt. Mit leichten Partnerübungen, mit den Namen „Wallholz“, „Storchenschritt“, „Ballerina“, oder “Achterkreisen“ lassen sich die Rumpfmuskulatur und die Beweglichkeit in spielerischer Form trainieren, wie er in seiner Lektion demonstrierte. 

Für junge Turner ein Muss - für ältere wichtig: Schnellkrafttraining 

Schnellkraft und Reaktionsfähigkeit braucht‘s im Alltag. Wer bei Schneematsch ausrutscht oder rasch einem Ball ausweichen will, dem hilft seine gute Ausdauer nicht. Sepp Jermann von der Männerriege Breitenbach/SO schlug zum Verbessern der Schnellkraft 16 Übungen vor und empfahl, die eine oder andere während des Jahres in die Turnstunden einzubauen. Seine Übung 13 (Bild 4) gefiel den Turnleitern besonders. Sie ist äusserst anstrengend und erinnert an das Wagenrennen im Film „Ben Hur“. 

Gymnastik für die Fitness und Show-Time 

Turnlehrer Roland Lang (Männerriege Niedererlinsbach) erteilte eine Gymnastik-Lektion mit zwei leichten Hanteln als Handgerät. Mit Gewichten in der Hand ist das Heben und Senken und das Schwingen der Arme recht anspruchsvoll. Wer bei einer flotten Begleitmusik das Tempo halten will, spürt rasch den Stand seiner Leistungsfähigkeit. Roland Lang wählte das Stück „500 Miles“ in der Hard-Rock-Version für sein Gymnastikprogramm. 

Aber Lang wollte mehr als Gymnastik. Er kennt die Oberturner und weiss um ihre Mühen für eine Produktion am Turnerabend. Eine Gymnastik, wenn sie von einer Gruppe synchron dargeboten wird, fördert nicht nur die Kondition, sondern eignet sich auch als Show-Block. Deshalb erklärte er, wie er seine „500 Miles“ in Abschnitte zerlegte, wie man die einzelnen Teile einübt und anschliessend zusammensetzt. Zu guter Letzt stand eine Gymnastik für Männer und Senioren, die sich an einer Turner-Unterhaltung sehen lassen könnte. 

Zum Abschluss des Kurses dankte Hans Peter Lochinger der Equipe der Männerriege Zuchwil mit Präsident Christian Gfeller für die Organisation der Infrastruktur und der Verpflegung. Die Kursteilnehmer orientierte er über die neusten Daten der Turnagenda 2015 und verwies besonders auf die Hauptprobe vom 2. Mai der Schweizer Grossgruppen-Vorführung für die Gymnaestrada Helsinki im Stadion Kleinholz, Olten.