Eisenplastiken und mehr… so lautet die aktuelle Ausstellung vom Rüttener Kunstschaffenden Joschi im Museum Attiswil. Der gelernte Velo- und Motorradmechaniker präsentiert seine aus Schredder-schrott, Besteck, Schrauben oder anderen Metallteilen geschaffenen Figuren, Möbel und neu auch Bilder. Ganze 44 Leidenschaft geschaffene kleine und grosse Werke des kreativen Künstlers sind mit dabei. Seien das Tiere wie Schildkröte, Rabenvater, Osterhase, Ameisen, Glückskäfer, Spinnen oder Fröschli mit Blumen oder aber auch Visitenkarten-Halter, ein Hufeisen-Stuhl, Säulentisch, oder Arbeiten mit den Namen Tina Turner, Erotika, Kokette, Messersonne oder Trennung.

Joschi’s bald vierzigjähriges, fantasievolles Schaffen begann nach der Lehre. 1979 baute er das kleinste fahrbare Motorrad der Welt. «Ich wollte etwas herstellen, das es noch nicht gibt», so Josef Schacher alias Joschi. Das handwerkliche Geschick sei seine Begabung. Zwar sei bereits der Vater Handwerker gewesen, dieser habe ihn aber nicht in diese Richtung gefördert. Von den motorisierten Fahrzeugen ist Joschi später dann zum Alteisen gekommen. «Ich will dem Alteisen neues Leben geben», erklärt er.  Seine erste Skulptur war ein Spinnennetz mit einer Riesenspinne. Das Handwerk hat er selber gelernt. Er schaut sich das vorhandene Material jeweils an und schon hat er eine neue Idee, was daraus entstehen könnte.

Dass sich das künstlerische Schaffen von Joschi nicht nur auf kleinere oder kleinste Werke beschränkt, zeigen einige grosse in der Öffentlichkeit bestens bekannte Projekte: Der Güggel am Güggelstutz in Solothurn, das scheuende Pferd im Franziskanerkreisel in Bellach, Kunst am Bau der Raiffeisenbank Langendorf und andere mehr.

Neu verbindet Joschi sein ursprüngliches Material auch mit der Malerei. Der experimentierfreudige Rüttener hat bei der bekannten Künstlerin Barbara Freiburghaus die Acryltechnik gelernt und fand nun auch in diesem Gebiet zu seinem eigenen Stil. In der jetzigen Ausstellung zeigt Joschi mehrere Bilder, genannt schwerelos, Milchstrasse, Verwandlung und Überquerung. Aber auch eine Collage und mehrere Schubladenbilder ergänzen die Skulpturen. In jedem Bild sind selbstverständlich Metall-Elemente verarbeitet. Joschi betont: «Nach wie vor sind Eisenplastiken meine ganz grosse Leidenschaft!»

Nach der Premiere 1998, und diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in der ganzen Schweiz, präsentiert Joschi nun seine Werke zum zweiten Mal in einer Einzelausstellung in Attiswil. Co-Präsident des Vereins Museum Attiswil, Jörg Hohl, zeigte sich an der Vernissage am Freitagabend begeistert von Joschi und dessen zahlreichen Einfällen. Der Stahl sei seine «Religion». Er sprühe richtiggehend vor Ideen. Joschi habe in den vergangenen Jahren auch als technischer Leiter mitgeholfen, das Museum anders zu entwickeln als herkömmliche Museen.

Die Ausstellung «Eisenplastiken und mehr…» ist noch folgendermassen geöffnet: 27. März, 28. März, 3. April und 10. April von jeweils 14 bis 17 Uhr. Joschi ist an allen Daten persönlich vor Ort und freut sich auf regen Besuch.