Mit «Have a Nice Day» begrüsste der Gemischte Chor Schönenwerd am Wochenende vom 24./ 25. Mai das zahlreich erschienene Publikum in der Katholischen Kirche. Und - um es mal vorneweg zu nehmen - dank der grandiosen Musik hatte man wirklich einen richtig lässigen Tag! Da zu spüren war, dass restlos alle Mitglieder mit viel Herzblut und Liebe bei der Sache waren, sprang der Funke sofort aufs Publikum über: Knie wippten und Köpfe nickten. Vollends im Sack hatte der Chor seine Zuhörer dann beim zweiten Stück: zu Peter Rebers «E Vogel ohni Flügel» wurden in vielen Bankreihen gerührt und sichtlich bewegt die Taschentücher gezückt.

Reinhard Mundwiler führte wiederum gekonnt, wortgewandt und humorvoll durch den Abend, der mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Epochen, Sprachen und Stilrichtungen daherkam - stets virtuos begleitet vom Luzerner Marc Hunziker Trio. Drei (gefühls-)starke Gesangs-Blöcke griffen das Motiv der «beflügelnden Musik» unter verschiedenen Aspekten auf, dazwischen folgten zwei Solo-Auftritten des Trios. Und was es zu hören gab («Wheatland» von Oscar Peterson und George Gershwins «Summertime») war leichtfüssiger, eingängiger und mitreissender Jazz vom Feinsten.  

Alle vorgetragenen Stücke bezogen sich auf den grossen, gemeinsamen Nenner «Musik beflügelt». Und beflügelnde Gefühle waren tatsächlich spür- und hörbar! Die Freude der Sängerinnen und Sänger, die Begeisterung der Chorleiterin, die Liebe zur Musik waren förmlich spürbar. Die vier jungen Solistinnen Sabina Deutschmann, Andrea Hess, Larina Hess und Lia Schneider traten immer wieder aus den Reihen des Chors hervor und liessen hören, was Wunderbares in ihnen steckt.Andrea sorgte in «An Angel»der Kelly Family für Gänsehautmomente, die Sabina Deutschmann mit der Violine noch zusätzlich gekonnt unterstrich, Larina riss die Zuhörer mit dem lüpfigen «Sweet Home Alabama» von den Sitzen und bei «Angel» liess Lia die ganz grossen Gefühle aufkommen.

Seit sieben Jahren wird der Gemischte Chor Schönenwerd kompetent und mit Leib und Seele von Katja Deutschmann geleitet. «Katja schafft es, das Beste aus uns allen herauszuholen. Sie ist immer gut drauf, nie ungeduldig», schwärmt ein Chormitglied. «Es ist erstaunlich, welche unglaublichen Fortschritte der Chor jedes Jahr wieder macht», lobt auch Marc Hunziker. Er ist der Kopf des gleichnamigen Trios, das den Chor, der samt und sonders aus Amateuren besteht, bereits zum sechsten Mal begleitete. «Der Chor ist sehr gewachsen - musikalisch und auch personell.» 50 Stimmen ist der Gemischte Chor stark, doch es dürften gerne noch ein paar mehr sein. Die Chorleiterin packte denn auch die Gelegenheit beim Schopf, band das Publikum in den Kanon «Alles schweiget» ein und warb gleich humorvoll um neue Mitglieder. Mitmachen können nämlich alle, die Freude am Singen haben. (Probe jeweils Dienstag, 20 Uhr um Schulhaus Säli)

 «Super! Genial. Das ist eins der besten Konzerte überhaupt.» bekundete eine Zuhörerin, nachdem die letzten Takte von ABBAs «Thank you for the music» verklungen waren. Diesem Fazit gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Einen wunderbaren und leicht melancholischen Abschluss bildete Max Giesingers «Legenden». Der Chor erzählte stimm- und wortstark von der Sehnsucht zum Aufbruch und machte dem Publikum Mut, auch mal über den eigenen Schatten zu springen. Nach der Standing Ovation und der Zugabe, die liebend gerne gegeben wurde, konnte man gestärkt, glücklich und buchstäblich beflügelt den Heimweg antreten.