Kaviar und Kardamom

Mit den KIENBERG SINGERS auf Entdeckungsfahrt


Jaaa es ist eine richtige Erlebnisreise geworden, diese erste Reise der Kienberg Singers! Nicht nur, dass letzten Samstag am Bahnhof Gelterkinden ein freundlicher Zugbegleiter auffallend zuvorkommend mit der Reiseplanerin und -leiterin Jolanda parlierte (es ging ja auch um etwas Wichtiges, nämlich Kaffee und Gipfeli) - wie gwundrige Schüler guckten wir in Olten nach dem erlösenden Reservationszettel aus, der uns den 5. Wagen von hinten ankündigte: KIENBERG SINTERS - und tatsächlich wurde knapp vor Zugabfahrt Richtung Bern der ersehnte Kaffe serviert. Die noch etwas schlaffen Lebensgeister erwachten endlich und jetzt ging es fast pausenlos weiter mit Scherzen, Lachen, Aufregung und Vorfreude auf das Ziel zu, das Tropenhaus in Frutigen!

Die Entscheidung, entweder Apéro vor dem Essen oder freier Rundgang zu der sehr schönen Ausstellung, zur Fischzucht und Beckenanlage, eröffnete den Wissensdurstigen unerwartet die faszinierende Welt unzähliger Fische! Da rauschten sie durchs Aquarium, zum Teil so lang wie ausgestreckt Arme - echt wahr - und sie sahen richtig urweltlich aus: Hejnomol so eine Überraschung! Erst jetzt glaubten wir, dass die Vorfahren der sibirischen Störe, welche den Kaviar liefern, älter sind als die Dinosaurier! Zusammen mit den Egli, Zander und Aeschen ein eindrückliches Schauspiel von Geschmeidigkeit, Kraft und Schönheit. Und die wenigen Albinos erschienen uns wie Traum-Tiere… Also nicht nur die Grosseltern mit den Kleinen rund um uns herum waren begeistert, auch wir strahlten beim Bilder schiessen….

Das Zmittag im kolonial anmutenden Restaurant bot neben dem sorgfältig bereiteten Essen auch die Möglichkeit zum Plaudern, seien es die eigenen Kochrezepte, eine Portion Dorfklatsch, Umzugs- und Reisepläne - Vielerlei liess die Zeit kurzweilig vorüber ziehen und die Beine waren eh schon etwas schwer geworden.

Wir wurden danach von Frau Patricia Bieri abgeholt und sie vermochte mit ihrem Wissen, Humor und Temperament unsere Neugier zu entfachen - und zu stillen: Wussten Sie, dass ein Kardamomkern zur Zahnreinigung bestens geeignet ist? Dass 6 Papapayasamen täglich gegessen, die Verdauung günstig beeinflusst? Dass von grünen Papayas Aufläufe und Suppen wie mit Zucchetti zubereitet werden und von den gelben duftende Desserts? Es braucht ein ganzes Jahr bis die Pflanze Früchte trägt, dann kann immer wieder geerntet werden. Und wenn man dann der Pflanze den „Kopf“ abschneidet, macht sie Seitenarme.

Hoch auf den Bananenstauden präsentierten sich unzählige Banänchen, sie seien übrigens zuckersüss.... Das kleine Blatt vom Jamaikapfefferstrauch duftete wie Lorbeer, Nelken, Muskat und Pfeffer gleichzeitig, ideal zum Marinieren von Fischen! Wie genial auch, dass aus den vereinzelt aufgestellten Kartons die Hummeln aus der eigenen Zucht ausfliegen, um die verschiedenartigen Blüten zu bestäuben, nicht wahr? Und der Kaffee verbirgt sich in einer Bohne, der Kakao hingegen in einer Schote -

Keine Minute war langweilig und das Staunen hielt an! Ein kurzer Fussweg zum Postauto leitete dann die Heimreise ein. Spiez und das Dampfschiff Blümlisalp erwarteten uns. Ob mit Merängge oder Spiezer noch etwas gefeiert wurde, der warme Geruch des Maschinenöls begleitet uns bis Thun.

Ein Lied noch auf dem Perron, die „Ewigi Liebi“ und im Stockdunkeln erreichten wir letztlich per Bus wieder Kienberg. Alles klappte bis zum Schluss - Bleibt zu danken, all den engagierten freundlichen Menschen, die wir trafen, Jolanda, den Kolleginnen und Kollegen und die Vorfreude auf kommende Probeabende wird uns
bis in den Januar tragen, wo wir als Chor auch zu den Theaterabenden in Kienberg beitragen werden.

Übrigens: Es ist jeden Donnerstag Probe in der Handwäbi ab 19.30h - wir freuen uns
auf Schnuppersänger! Garantiert!