Jungbürgerfeier 2018 erstmals bei der OJALO mit anschliessendem Spaghettiplausch

Dieses Jahr nahmen 25 Jungbürgerinnen und Jungbürger an der Feier teil. Erstmals fand die Jungbürgerfeier bei der OJALO (Offene Jugendarbeit Lostorf) statt. Gemeindepräsident Thomas Müller begrüsste die nun Volljährigen mit den Worten: „Vor wenigen Wochen haben Sie die Einladung zur Jungbürgerfeier erhalten. Haben Sie sich gefreut? Haben Sie gedacht, das ist jetzt flott, dass mich die Gemeinde zu einer Feier einlädt? Oder haben Sie sich eher gefragt; eine Jungbürgerfeier, was soll ich da? Was wollen die von mir? Was gibt es hier überhaupt zu feiern? Wenn ich meinen eigenen Sohn anschaue, der hier unter Ihnen ist, waren es wohl eher diese kritischen Fragen. Die Fragen sind natürlich berechtigt. Wer kann mir hier eine Antwort geben? Was feiern wir heute?“

Diese Fragen seien durchaus berechtigt, fügte Müller an. „Ich kann mich noch gut an meine Jungbürgerfeier erinnern. Ich wuchs in Olten auf und die Feier fand im Stadttheater statt. Aber ich fand es keinen tollen Anlass“, sagte Thomas Müller. Aus heutiger Sicht müsse er sagen, er sei selber schuld gewesen. Er sei ja damals zumindest auf dem Papier erwachsen gewesen und sei somit ja selber dafür verantwortlich gewesen, ob ein Anlass gut oder langweilig sei. Er könne die Teilnehmenden aber beruhigen, in den letzten Jahren sei die Jungbürgerfeier immer unterhaltsam gewesen.

„Heute abend feiern wir, dass Sie erwachsen geworden sind oder es demnächst werden.

Gefühlsmässig ist man erwachsen, wenn man die Ausbildung abgeschlossen hat, zuhause ausgezogen ist und vielleicht eine Familie gründen möchte“, ergänzte der Gemeindepräsident. Dies sei aber bei den Jungbürgern und Jungbürgerinnen kaum der Fall, die meisten stünden noch mitten in der Ausbildung und wohnten bei den Eltern zuhause. Aber rechtlich gesehen, seien sie mit achtzehn Jahren erwachsen. Vielleicht seien sie von den Kindergarten-Kindern schon gesiezt worden, auch ein untrügliches Zeichen, dass sie fortan zu den Grossen gehörten.

„Nun erhalten Sie auf einmal neue Rechte. Sie dürfen Auto fahren, Verträge und Zeugnisse unterschreiben, Heiraten, Alkohol kaufen und Steuern zahlen, da freut sich vor allem die Gemeinde drüber.“ Ab dem 18. Lebensjahr hätten sie politische Rechte, sie dürften jetzt abstimmen und wählen. „Die Urform der Demokratie erleben Sie an der Gemeindeversammlung. Dies ist die Versammlung aller Stimmberechtigten. Hier darf jeder seine Meinung sagen, was ihm gefällt oder was ihm nicht gefällt. Pro Jahr gibt es drei bis vier Gemeindeversammlungen. Die Daten finden Sie auf unserer Homepage. Die nächste findet am 4. Dezember statt. Dies ist eine wichtige Versammlung. Hier können Sie über das Budget 2019 der Gemeinde abstimmen. Mit dem Budget wird eigentlich entschieden, was im nächsten Jahr läuft, wo eine Strasse gebaut wird, wie viele Steuern sie bezahlen müssen, was das Wasser bei uns kostet, dieses ist nämlich nicht gratis. Die Gemeindeversammlung findet jeweils in der Aula statt. Die Teilnahme ist gratis. Kommen Sie vorbei, ich zähle auf Sie“, fügte der Gemeindepräsident an.

Ab nun könnten sie aber auch politische Ämter und Funktionen in Kommissionen übernehmen.

Zu guter Letzt gab der Gemeindepräsident den Anwesenden noch einen guten Rat:

„Bleiben Sie am Ball, informieren und interessieren Sie sich über das Geschehen in unserem Dorf, im Kanton, in der Schweiz und auf der Welt. Bleiben Sie auch neugierig! Dabei können Fehler passieren, das gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens dazu. Sie sind die Zukunft unseres Dorfes, machen Sie das Beste daraus.“

Nach der Gelöbnisabnahme durch den Gemeindepräsidenten unter den Linden beim Pfarrhaus, wo die OJALO ihre Räumlichkeiten hat, verteilte die Präsidentin der Kultur- und Sportkommission, Els Dietschi die Bundes- und Kantonsverfassung sowie die Gemeindeordnung.

Der zweite Teil der Jungbürgerfeier führte die frischgebackenen Jungbürger- und bürgerinnen zusammen mit dem Gemeindepräsidenten, Gemeinderätin Marianne Peier, Stefanie Wyss von der OJALO und weiteren Mitgliedern der Kultur- und Sportkommission nach Trimbach ins Bowling-Center, wo bei einem Spaghettiplausch und natürlich anschliessendem Bowlingwettkampf, angeregt diskutiert wurde. Die Jungbürgerfeier 2019 wird anders organisiert sein, die zukünftigen Jungbürger und Jungbürgerinnen dürfen gespannt sein. (RGN)