Der Weiterbildungskurs des Solothurner Turnverbandes wartete auch dieses Jahr mit einem vielfältigen und spannenden Programm auf. Mehr als 70 Turnerinnen und Turner liessen sich in Willisau inspirieren und genossen am 26./27. September ein spannendes Wochenende.

SOTV/Daniel Häfliger 

Bevor jeweils die Herbstferien beginnen, steht im Solothurner Turnverband SOTV der Weiterbildungskurs (WBK) auf dem Programm. Seit Jahren treffen sich Leiterinnen und Leiter aus den Turnvereinen im luzernischen Willisau und holen sich Ideen für die Trainings in ihrem Verein. Der Anlass ist aber weit mehr als bloss eine Plattform für die Vermittlung von Grundlagen, Trends oder neuen Regelungen im Turnen. Der WBK ist für viele ein zentraler Event im SOTV für die Pflege der Kameradschaft, das beweisen die zahlreichen langjährigen Teilnehmer/-innen.

Auch dieses Jahr hat die Ressortleiterin Aus- und Weiterbildung im SOTV, Rosemarie Strähl, ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Das ist gar nicht so einfach, denn zu den Themen braucht es die entsprechenden Leiterinnen und Leiter und die geeignete Infrastruktur. Das Sportzentrum Willisau bietet perfekte Anlagen, die kaum einen Wunsch offen lassen. Und auch ein 15-köpfiges Leiterteam stand voll motiviert am Wochenende vom 26./27. September zur Verfügung.

Spiele, Geräteturnen, Leichtathletik und ganz vieles mehr.

„Bodega Moves“ tönt doch nach chillen und feiern, mag die eine oder der andere beim kurzen Blick auf das Programm vielleicht gedacht haben. Aber so etwas schon zu Beginn des Kurses, das wäre doch seltsam? Nein, Spass war zwar dabei, aber auch harte Körperarbeit, denn im Untertitel der Lektion stand schwarz auf weiss: „Bodywork mit Yogaelementen“.

Die Lektion „Technik und Methodik bei Spielen“ befasste sich unter anderem mit der Frage, wie ein Spiel den Akteuren in der Halle erklärt werden kann. Es geht bei einem Spiel nämlich nicht nur um reinen Spass, sondern auch um beobachten, Bewegungen koordinieren und zusammenspielen. Durch Vorzeigen und konstruktives Rückmelden können die Leiter hier unterstützen.

„Techniktraining in der Leichtathletik“ mal ganz anders war eine weitere Lektion. Ein kurzer Theorieinput und daneben viel Spass und Unterhaltung, man vergass dabei fast die Anstrengung. Paarweise würfelte man eine Zahl und erfuhr auf einem Spielbrett, welches die nächste Übung war – natürlich im Spurt zu diesem Posten und dann los!

Im Geräteturnen, vor allem beim Trainieren von neuen Teilen, ist die Hilfestellung ein entscheidender Faktor um Verletzungen zu vermeiden. Sei es am Barren, an den Schaukelringen oder am Reck, die Leitenden müssen wissen, wie die Sicherheit korrekt gewährleistet wird.

Auch das Thema „Werfen“ ist nicht so trivial, wenn man sich mal überlegt, welche Grundlagen für einen optimalen Wurf vorhanden sein müssen. Für Leitende ist zentral, einen Bewegungsablauf so erklären zu können, dass die Sportler ihn auch begreifen. Und haben Sie gewusst, dass man auch gut fangen können sollte, wenn man erfolgreich werfen will? Und das am besten links und rechts?

Neben der Arbeit auch Zeit für die Pflege der Kameradschaft.

Ein ebenso fester Bestandteil wie das Turnen ist im WBK der gemütliche Samstagabend in Willisau. Dabei bietet sich Gelegenheit neue Kolleginnen und Kollegen kennen zu lernen, oder alte Bekanntschaften zu pflegen. Am Sonntag ging es dann um 8 Uhr aber wieder zur Sache, mit weiteren spannenden Themen aus den Bereichen Gymnastik, Geräteturnen oder Gesundheit.

Für Rosemarie Strähl stimmt das Kurskonzept, es ist etabliert und erfährt 2016 keine grundsätzlichen Veränderungen. Mit der Teilnehmerzahl ist sie zufrieden, wobei durchaus Luft nach oben besteht. Gut ersichtlich ist im WBK auch, dass in einigen Vereinen ein Generationenwechsel in den Leitungsfunktionen stattfindet, es nehmen erfreulich viele junge Turnerinnen und Turner teil.

Und noch etwas: wer 2016 in Willisau dabei sein will, streiche sich das Wochenende vom 1./ 2. Oktober rot im Kalender an, ein spannendes, abwechslungsreiches Programm ist garantiert.