Die Generalversammlung des Historischen Vereins Guldental lockte dieses Jahr fast 40 Personen ins Martinsheim von Mümliswil. Das lag nicht bloss an der eigentlichen Versammlung. Nein, es war der Vortrag des jungen, ehemaligen Gardisten Martin Büttler, der einen Einblick in den Dienst der Päpstlichen Schweizergarde versprach.

Die Generalversammlung wickelte sich unter der Leitung des Präsidenten zügig ab. Einmal mehr zeigte sich, dass der finanzielle Boden des jungen Vereins gesund ist. Für die Mitglieder wurde im letzten Jahr ein Ausflug nach Liestal und Reigoldswil geboten. Dabei konnte man in die vergangene Welt der Posamenterie und der Bandwebstühle eintauchen. Es war schwierig, sich vorzustellen, dass auch in den Dörfern Mümliswil und Ramiswil vor etwa 140 Jahren mehr als 300 Webstühle für die Seidenbandherstellung ratterten. Bei einem zweiten Anlass organisierte der Verein einen Leseabend mit dem Schriftsteller Franz Walter, der von der Konzertpianistin Marlis Walter musikalisch umrahmt wurde. Beide Künstler haben Mümliswiler Wurzeln. Die Besucher waren beeindruckt von den Geschichten der vorgetragenen Lektüre und von den Klängen, die die Pianisten aus dem Flügel hervorlockte.

Der Vorstand investierte viel Zeit und Liebe zum Detail, damit für das Jahr 2018 ein gediegener Guldentaler Kalender entstehen konnte. Der ganze Kalender widmet sich dem Mümliswiler Holzschnitzer Gustav Grolimund, der in seinen Kunstwerken eine riesige Breite an kirchlicher und weltlicher Kunst geschaffen hat.

Der Präsident hat alle Anwesenden daran erinnert, dass es noch viel zu tun gibt, damit die Geschichte und Geschichten aus dem Guldental in Bild, Text und Ton nicht in Vergessenheit geraten.

Im zweiten Teil begeisterte der ehemalige Gardist Martin Büttler seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit der Geschichte der Päpstlichen Schweizergarde und seinen persönlichen Erlebnissen und gewonnenen Eindrücken. Die Erzählungen dauerten anderthalb Stunden, und die meisten Anwesenden hätten dem Gardisten gerne noch länger zugehört.
In einem ersten Teil zog Martin Büttler die Versammelten mit einem kurzen Abriss der Gründung und Geschichte der Päpstlichen Schweizergarde in den Bann. Sehr persönlich geprägt war der zweite Teil, in dem er erklärte, wie man Gardist werden kann. Wäre er zum Beispiel 1 cm kleiner gewesen, hätte er sein Ziel Gardist zu werden aufgeben müssen. Im nächsten Teil hat uns Martin Büttler ausführlich den Auftrag der Garde und die damit verbundene Ausrüstung und Ausbildung der Gardisten erklärt. Im letzten Teil hat dann Herr Büttler über die jetzige Garde referiert, über den Bestand, den Alltag, die Uniformen und die Gardefahne. Dieser Alltag wurde bei ihm durch viele persönliche Highlights durchbrochen, die sein Leben stark geprägt haben. Welche Gardisten durften schon 2 Päpste erleben, von denen der Zweite nicht nach dem Tod des Ersten gewählt worden ist? Welcher Gardist hat unter einem Papst gedient, der heute noch täglich für Überraschungen sorgt? Am Schluss haben die Anwesenden begriffen, dass 2 Jahre Dienst in der Päpstlichen Garde einen jungen Gardisten vor allem durch die menschlichen Begegnungen prägen, seien es die persönlichen Begegnungen mit dem Oberhirten der katholischen Kirche, seien es die Kameraden und Vorgesetzten der Garde, seien es die vielen Menschen, die nach Rom pilgern und alle Politiker und kirchlichen Würdenträger, die mit dem Papst reden möchten.