Die Fahrt vom Solothurner HB zur Bättlerchuchi kennen die wenigsten Teilnehmer der Heilkräuterwanderung. Unser Chauffeur Beat Baumgartner lenkt das berggängige Postauto der Marke NAW mit 2.3m Breite sicher durch die engen Gassen. 15 Teilnehmer steigen aus und hören gespannt die Sage von Elisabeth Pfluger über die Bättlerchuchi – erzählt von Therese Stählin. Der Nebel verhindert die sonst so wunderschöne Aussicht ins Mittelland. Toni Löffel, unser Heilpflanzenexperte, entdeckt sogleich in der Bättlerchuchi eine prächtige Farnstaude – eine Pflanze, die sich die Bettler für eine angenehme Liegestatt zu Nutze machten, da Farne immer trocken bleiben.

Die Wanderung beginnt, bereits auf dem Gratweg zwischen Bättlerchuchi und Hochchrüz gibt es eine grosse Anzahl an Heilpflanzen zu bestaunen. Die ährige Rapunzel, deren Blüten für einen Salat genommen werden können, Heubeeri, die durch ihren Chromgehalt die Behandlung von Diabetes unterstützen, Tannenschössli für Erkältungskrankheiten, Cumarinhaltige Waldmeister, Alpendost und vieles mehr.

Durch die Bise tropft Wasser von den Bäumen, die gleichzeitig den Nebel vertreibt. Rechts vom Weg nebelfrei, links vom weg Nebel. Das Teilstück des Gradwegs auf der 1. Jurakette zeigt sich von der schönsten Seite. Vermehrte Lichtungen zeigen an, dass das Hochchrüz in Reichweite liegt. Bei einer Besammlung für Erklärungen entdeckt Toni eine seltene Waldhyazinthe, eine Orchideenart, die einen charakteristischen Duft verstreut.

Vorbei an Gastwurz, Guter Heinrich mit einem Spinatrezept à la Toni gelangen wir auf die Lichtung am Hochchrütz. Gespannt hören wir die Sage des Sennen, der mit dem Teufel einen Pakt schliesst – nicht zu seinem Vorteil. Weiter geht der Weg in Richtung Hofbergli, vorbei an einer Weide voll mit einem nur auf der 1. Jurakette vorkommenden Bärenklau. Auf der Wiese alles voll mit Kümmel, Rotklee, Spitzwegerich. Toni Löffel hat auch praktische Tipps, so kann das Wasser der Frauen- und Silbermänteli als Augenwasser benutzt werden. Die Wirkung der Herbstzeitlosen schildert Toni Löffel eindrücklich und warnt vor der Verwechslungsgefahr mit Bärlauchblätter. Für eine kurze Zeit versetzen uns eine Schilderungen in ein Krimi-Gefühl am Stierenberg – die umschwirrenden Nebelschwaden geben das perfekte Ambiente.

Über Wiesen bereits geschnittene Wiesen gelangen wir direkt zur Postautohaltestelle Oberbalmberg, das heranfahrende Postauto begrüsst uns mit seinem Dreiklang. Wir entschliessen uns aber noch für eine kurze Einkehr am Restaurant Mittlerer Balmberg, wo die Heilkräuterwanderung seinen Ausklang bei einem stärkenden s’Mittag findet, liebevoll angerichtet von Fam. Schlegel.