Am Montag war der Präsident der Genossenschaft Alterswohnen Erlinsbach, Markus von Felten, froh auf ihrer Generalversammlung zu verkünden, dass die Genossenschaft nicht nur ihr 20-jähriges Bestehen zu feiern habe, sondern auch seit ihrer Gründung auf eine hervorragende finanzielle Entwicklung zurückblicken könne. Ohne Fördergelder von Staat und Bund hat die Genossenschaft bis heute ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, obwohl sich die Finanzierung des Projekts in der Gründungsphase als schwierig erwiesen hatte. 

Die Idee der Genossenschaftsgründing ist bereits 1982 entstanden und wurde aber erst 1992 in Form einer Arbeitsgruppe verwirklicht. Trudi Moser, dem Vorstand angehörig, hatte damals das Vorhaben in die Wege geleitet, das im Juni 1999 erstmals umgesetzt wurde: 18 Wohnungen wurden gebaut und vermietet. 2007 wurde in das erfolgreiche Konzept erneut investiert und weitere 18 Alternativen für Alters- und Pflegeheime entstanden. 

Als zentrale Säulen des Erfolges der Genossenschaft Alterswohnen Erlinsbach sind laut von Felten die fristgerechte Bezahlung der Mieten und die Kontinuität des homogenen Zusammenwirkens des Vorstandes zu bezeichnen. Markus von Felten, Trudi Moser, Hans Riesen und Karl Giger sind seit Beginn des Projektes in Führungspositionen. Emil Mäder und Manuela Nünlist sind weitere Mitglieder des Vorstands. Alois Gärni ist seit 2009 Geschäftsführer der Genossenschaft Alterswohnen Erlinsbach. 

In der diesjährigen Generalversammlung wurden der Jahresbericht, die Gewinnverteilung und das Budget eines stabilen Unternehmensjahres verabschiedet. Der Jahresüberschuss wird zur zweiprozentigen Verzinsung der Anteilsscheine und auf unterschiedliche Fonds verteilt. Der offizielle Teil der Generalversammlung wurde mit der Vergabe eines Blumenstraußes an die älteste, wohlgemerkt 100 Jahre alte, Bewohnerin Sonja von Felten abgerundet. 

Ein gemeinnütziges Modell wie das des Alterswohnens Erlinsbach beweist, dass die Finanzierung des Baus und Betriebs eines solchen Projektes ohne öffentliche Gelder langfristig funktionieren kann. Die Genossenschaft tilgt ihre Kosten ausnahmslos durch Hypotheken und Anteilsscheinen. 1998 mussten sogar Baurechtsverträge mit den betroffenen Gemeinden Erlinsbach AG und Ober- und Niedererlinsbach (jetzt Erlinsbach SO) geschlossen werden, das galt auch für den Bereich Wohnung mieten. Eine Gemeinde hat mittlerweile, möglicherweise wegen des Erfolges und Images des Projekts, auf den rechtmäßigen Baurechtszins verzichtet. Eine weitere finanzielle Entlastung für die Genossenschaft. 

Das Projekt Alterswohnen Erlinsbach zeigt definitiv, dass gesetzte Ziele durch Eigeninitiative, nicht zwangsläufig durch Fördergelder, erreicht werden können.