Im wunderbaren Ambiente auf der St. Ursen-Bastion (Bühne „Solothurn Classics“) durfte der Stadtpräsident Kurt Fluri die grosse Zuschauerschar auf der Tribüne begrüssen und in seiner Ansprache den Werdegang und die Aktivitäten des Ballett-Studios A Solothurn kurz streifen.

Vor 40 Jahren, als der 3-Sparten-Betrieb des damaligen Städtebundtheaters Solothurn-Biel aufgehoben und fortan nur noch die Sparte „Schauspiel“ betrieben wurde, bestand auch für das Ballett in diesem Theater keine weitere Existenzmöglichkeit mehr. Annemarie Knobel Paterno, die damals schon als Assistentin des seinerzeitigen Ballettmeisters und Choreographen gearbeitet und auch in der Theaterballettschule mitgewirkt hat, hat sich sodann entschlossen, die erste Ballett-Schule der Stadt Solothurn auf privater Basis weiter zu führen.

Kurt Fluri ehrte die grosse Arbeit und den unermüdlichen Einsatz der Ballettpädagogin und Choreografin, die in den vergangenen 40 Jahren, ohne jegliche Subventionen, die Schule führte, über 70 Vorstellungen im Stadttheater Solothurn und viele weitere offentliche und private  Auftritte über die Bühne brachte, und gab der Hoffnung Ausdruck, dass Annemarie Knobel noch möglichst lange ihre so wertvolle Arbeit weiterführen werde und wünschte der Schule weiterhin viel Erfolg.

Das Musical Cats entführt die Zuschauer auf einen Schuttabladeplatz. Dort findet jedes Jahr der Jellicle-Ball statt, wo sich die Katzen versammeln. An diesem alltäglichen, zugleich magischen Ort wird eine wichtige Bekanntgabe des Oberhaupts Old Deuteronomy (Heinrich Bbiberstein) dargestellt. Er verkündet, welche Katze auf ein weiteres Jellicle-Leben die Chance hat. Die Katzen stellen sich dort den Zuschauern mit Gesang und Tanz vor. Es erscheinen die ordnungsliebende Jenny Fleckenfell, der Macho-Kater Rum-Tum-Tugger (Denise Schweizer), die zerlumpte Grizabella (Monika Bloch) und das verrückte Gespann Mungojerrie (Miriam Portenier) und Rumpelteazer (Charmaine Zürcher), die nur Unsinn im Kopf haben. Dann taucht Old Deuteronomy auf und die Stimmung wird wieder ernst. Doch nachdem Munkustrap (Miriam Poertenier) eine verrückte Geschichte erzählt, steigt die Stimmung wieder von alleine. Es wird gefeiert, getanzt und gesungen. Erneut taucht Grizabella auf und in ihrer „Erinnerung“ denkt sie an die guten Zeiten. Gus ist ein grosser Schauspieler, berichtet von seiner grossen Leidenschaft. Skimbleshanks (Charmaine Zürcher), der Kater vom Nachtexpress, ist eine treue Seele vom Bahnhof und Macavity ein räuberischer Kater, dem man nicht trauen sollte. Mr. Misstoffelees (Alexandra Rohn) entpuppt sich als Meister der Magie und der Zauberkraft. Bombalurina (Shila Sater), Sillabub (Andrea Fuhrer), Plato (Tanja Elser) und Victoria (Caroline Staubli) ergänzten das Solisten (Katzen)Team mit Grazie und Können. Der Jellicle-Ball geht seinem Ende zu und feierlich verkündet Old Deuteronmy seine Entscheidung. Grizabella ist die Auserwählte, sie bekommt eine zweite Chance und fährt auf in den Heavy Side Layer zu einem weiteren Leben unter dem Jellicle-Mond.

Die Zuschauer konnten sich mit dieser grandiosen Musical-Vorstellung (übrigens der Wunsch der Eleven)  ein Bild über die vielseitige Tätigkeit der Ballett-Schule machen. Im einmaligen Bühnenbild (Ballett-Studio A und Theaterfundus Härkingen) und treffenden Kostümen bewies eine Gruppe von rund 40 TänzerInnen aus 3 Generationen (einige davon in Mehrfachrollen) in der Gesamtchoreografie und Regie von Annemarie Knobel Paterno ihr Können. Die RollenträgerInnen (laut Programm haben die meisten die international anerkannten Prüfungen vor Experten der Royal Academy of Dance, London bestanden) überzeugten durchwegs mit professionellem Können. Es galt für einmal nicht nur die sehr abwechslungsreiche Choreografie sondern zusätzlich auch den Text zu erlernen. Der grosse, unermüdliche Einsatz hat sich jedoch gelohnt. Es gelang dem Team sowohl Inhalt als auch Text des bekannten Musicals  hervorragend und mit grossem tänzerischen und teils auch akrobatischem Können zu interpretieren. Dass sich alle Beteiligten sehr intensiv mit ihren Rollen auseinander gesetzt haben, war unübersehbar. Sogar die kleinsten, niedlichen Kätzchen unter ihnen, im zarten Alter von 4 Jahren, haben sich nicht nur sehr grazil bewegt, sondern nebst ihren, meist kurzen Auftritten, auch noch den Kurztext auswendig gelernt; bravo! Einmal mehr hat es die versierte Ballettmeisterin verstanden, alle Beteiligten optimal zu besetzen, was bei einer Vorstellung mit  Eleven aus 3 Generationen und unterschiedlichstem Ausbildungsniveau bestimmt eine grosse Herausforderung ist. Die Freude am Tanz und am Teamwork war allen anzusehen und konnte auch erfolgreich auf die Zuschauer übertragen werden.

Der grossen Leistung aller  Eleven gebührt Lob und Dank! Diesen Dank brachte denn das Publikum auch mit langanhaltendem, frenetischen Applaus und „standing ovations“ zum Ausdruck!