Solothurn

Fussballerinnen sind viel, viel mehr...

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Roland Stampfli, Sekretär Panathlon Club Solothurn, dankt Martina Voss-Tecklenburg für das spannende Referat.

Roland Stampfli, Sekretär Panathlon Club Solothurn, dankt Martina Voss-Tecklenburg für das spannende Referat.

Sie ist erfolgreich, ehrgeizig, hat einen guten Führungsstil und mag ihre Spielerinnen. Das sind nur ein paar wenige Eigenschaften von Martina Voss-Tecklenburg. Die Trainerin der Frauen Fussball-Nationalmannschaft liess sich in ihrem Referat beim Panathlon Club Solothurn ein wenig in die Karten blicken.

Martina Voss-Tecklenburg lebt Fussball – für sie ist es Leidenschaft pur. Das spürt man sofort, wenn sie über ihren Beruf spricht. Sie ist selbstbewusst, sagt sogar von sich, sie sei ein Glückskind, da sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht habe. Kein Wunder also, hat sie als erste Trainerin in der Geschichte des Schweizer Frauenfussballs die Nationalmannschaft im letzten Juni an die Weltmeisterschaft geführt. Darauf ist sie stolz – darf sie auch sein, sie verriet auch, dass sie stolz ist, für die Schweiz tätig zu sein. Ihre Spielerinnen sind es auch. Sie sind sehr zufrieden mit ihrer Trainerin, attestieren ihr einen guten Führungsstil mit hoher Qualität.

Die ehemalige deutsche Spitzenfussballerin ist auch die Trainerin der Mädchen bei der Credit Suisse Academy in Biel. Die 12- bis 15-Jährigen wohnen in Gastfamilien und absolvieren bereits sieben Trainingseinheiten pro Woche. Martina Voss-Tecklenburg trägt eine grosse Verantwortung, verlangt viel Disziplin gibt aber auch viel zurück. Sie sagt, sie mag ihre Spielerinnen, lacht gerne mit ihnen, alle seien wichtig, jede habe ihre Rolle im Team und sie nehme die Meinungen sehr ernst – das gilt für jene, die noch am Anfang ihrer Karriere stünden aber auch für die Frauen in der Nationalmannschaft.

Für Martina Voss-Tecklenburg ist es wichtig, dass die jungen Leute ihre Führungsmethode akzeptieren und auch leben. Sie will ihre Spielerinnen kennen, wissen, wie sie ticken und verlangt, dass sich die Mädchen respektvoll verhalten. Nicht nur untereinander sondern überall. „Das Team soll immer einen guten Eindruck hinterlassen“, sagt sie. So akzeptiert sie beispielsweise keine Kopfhörer im Flughafen, der Hotellobby und keine unnötige Verschwendung von Lebensmitteln.

In ein paar Tagen steht für die Nationalmannschaft ein wichtiges Spiel auf dem Programm. „Wir sind bereit, haben aus den Niederlagen der WM viel gelernt, sind noch reifer geworden“, freut sie sich. Trotzdem fordert sie von ihrer Truppe, dass sie realistisch blieben und durch eigenes Feuer und Leidenschaft überzeugen. Ein hoher Anspruch, denn in der Schweiz kann keine Frau von Fussball leben, obwohl sie im Unterschied zu vielen anderen Sportarten genau die gleichen Regeln haben und auf gleich grossen Spielfeldern spielen wie die Männer.

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