Sonntag, der 22. August, ein Spätsommersonnntag, wie geschaffen für eine Carreise ins weit entfernte Appenzellerland. Dank Max, Heidis Privatchauffeur, ist es auch ihr erstmals vergönnt, an der Frauenchorreise teilzunehmen. In Glattbrugg kehren wir im Garten der Gottfried-Kellerstube zu Kaffee und Gipfeli ein. Der kühle, hin und wieder mit Nebelschwaden durchzogene Morgen verheisst einen schönen Ausflugstag. Allmählich lichtet sich der Nebel und herrlichster Sonnenschein verwöhnt uns nun auf unserer Fahrt durchs Zürcheroberland. In Stein AR lassen wir uns einerseits in die Kunst der Käseherstellung einführen, anderseits kann das am selben Ort reich bestückte und interessant gestaltete Appenzeller Volkskundemuseum bewundert werden. Singend und plaudernd werden wir anschliessend durch das malerische Appenzell nach Teufen, hoch zur Waldegg chauffiert, wo wir im Erlebnis-Restaurant Schnuggebock zum Mittagessen erwartet werden. Was es mit dem „Erlebnis" wohl auf sich hat? Das Rätsel sollte noch vor dem Mittagessen aufgelöst werden. Frau Studer, ihres Zeichens Aufwärterin im Schnuggebock verschaffte sich im Stimmengewirr lauthals Gehör und klärte uns vor dem Zmittag auf. Man be¬fände sich hier in der Stube des Grosi zu früheren Zeiten und dementsprechend werde selber schöpfen und nach der Mahlzeit das Geschirr zusammenstellen. Im crèmefarbenen, buntgeblümten und blau umrandeten Kes¬seli aus Email wurde eine äusserst währschafte und sehr schmackhafte Suppe offeriert und danach stellte man uns die Schüsseln mit den zwei bestellten Menüs hin. Ein Stallbursche namens Jogg erläuterte ergänzend Frau Studers Ausführungen und bat uns, vorab das Gebet „Für Spys und Trank" zu singen. Diesem Wunsch kamen wir gerne nach. Jogg unterhielt uns mit würzigen Appenzellerwitzen und gab bekannt, dass, wer sein Geschirr nicht schön zusammenstelle in die Küche zum Abwaschen abkommandiert werde. Privatchauffeur Max verdiente sich gar mit besonderer Leistung beim Geschirrzusammenstellen einen Batzen von Jogg. Nach dem Essen behändigte Jogg unser Reisegesangsbüchlein und gab lauthals bekannt, welche Lieder zu singen seien. Danach gab es viel zu sehen im Schnuggebock: ein altes Lädeli, eine Schulstube, etliche Kammern und Stuben und sogar einen geschlossenen, mit Fenstern einsehbaren Schweinestall, wo eine Sau mit etlichen süssen, rosaroten Ferkelchen wohnt. Auch ein selten zu sehendes Ochsengespann zur Personenbeförderung war zu bewundern, wie auch etliches Kleinvieh. Danach hiess es Abschied nehmen. Mit Blick zum Säntis fuhren wir via Urnäsch, Wassserfluh zur Hulftegg. Nach einer Erfrischung
im Restaurant und anschliessendem „Beinevertreten" ging's wieder Richtung Heimat. Das Ende des Eidg. Schwing- und Aelplerfests in Frauenfeld verzögerte allerdings unsere Ankunft in Erlinsbach ein bisschen aber alle kamen glücklich und zufrieden wieder an. (tlo/hmi)