Solothurn

Food Waste im Fokus des Hermesbühl-Schulhauses Solothurn

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Diesen Herbst behandelten drei Primarschulklassen vom Hermesbühl-Schulhaus in Solothurn während zwei Wochen das Thema Food Waste. Das hochaktuelle Thema konnte dank der Unterstützung der Agenda 21 des Kantons Solothurn von zwei externen Expertinnen mit den Schülern und Schülerinnen aufgegriffen werden.

Die Grundlagen für die zwei Doppellektionen bildeten die Erfahrungen, die die Schulkinder giessend, jätend und erntend im Schulgarten gesammelt hatten. Durch das Gärtnern entwickelten die Kinder einen Bezug zum Thema Nahrungsmittel und dem damit verbundenen Aufwand. «Food Waste ist Englisch und bedeutet Essen wegwerfen», erklärt ein 11-Jähriger gleich zu Beginn. Zuerst ging es jedoch darum, die einzelnen Produktionsschritte einer Tomate vom Beet bis zur Tomatensauce auf der Pizza nachzuzeichnen. Danach vertieften die Kinder dieses Wissen in einem Spiel.

Über Lebensmittelabfälle Tagebuch führen

Zwischen den zwei Doppellektionen mussten die Kinder in einem Tagebuch alle Lebensmittel notieren, die in den Familien der Schüler und Schülerinnen in dieser Zeit im Abfall landeten. Sie wogen Früchte, Gemüse, Milchprodukte, Brot und Fleisch ab und gaben an, aus welchem Grund sie entsorgt wurden. Die Kinder nahmen die Aufgabe sehr ernst und notierten die Abfälle auf das Gramm genau.

Die Auswertung des Food Waste Tagebuchs ergab, dass fast alle Kinder oft Früchte oder Gemüse notiert hatten, gefolgt von Milchprodukten und Brot. In den Klassen kamen so in gut einer Woche zwischen 11 und 32 Kilogramm weggeworfene Lebensmittel zusammen. Insgesamt gehen pro Person und Jahr in der Schweiz bis zu 300 kg einwandfreie Lebensmittel verloren, rund die Hälfte der gesamten Menge wird dabei im Haushalt weggeworfen, die andere Hälfte verteilt sich auf Produktion, Transport, Lagerung und Verkauf. «Ich habe nicht gewusst, dass wir so viel Essen einfach wegwerfen», meinte eine Schülerin betroffen.

Erfahrungen am eigenen Leib und spielerisches Lernen

Das Angebot Schule auf dem Bauernhof ermöglichte den Klassen zudem eine Exkursion auf den Solothurnischen Rosegghof. Familie Riggenbach bot eine spezielle Führung zum Thema Food Waste an. «Wir haben geholfen, Kartoffeln zu sortieren. Die unförmigen und zu kleinen mussten wir rausnehmen. Das waren ganz schön viele.», resümierte eine 10-Jährige. Die Kinder durften die Kartoffeln mit nach Hause nehmen und stellten fest, dass diese genau gleich gut schmecken.

In einem eigens kreierten Leiterlispiel strengten alle im letzten Teil die Hirnzellen nochmals richtig an. Die Kinder mussten eigene Lösungen zur Rettung von Lebensmitteln präsentieren, etwa für die im Schrank gefundene, abgelaufene Packung Nudeln oder die zu grosse Portion im Restaurant. Kreative Ideen waren gefragt, um möglichst schnell ins Ziel zu kommen. Das spielerische Lernen machte so auch den Reiz des Food Waste Themenblocks aus: «Alle Spiele waren cool», meint ein Schüler und eine Schülerin fügt an: «Mir hat das Leiterlispiel besonders gefallen und allgemein, dass wir mit Spielen etwas gelernt haben».

Projekt läuft noch bis Ende 2020

Das Projekt Food Waste im Fokus wird von der Agenda 21 SO unterstützt. In der Testphase bis Ende 2020 profitiert eine begrenzte Anzahl von Primarschulklassen im Kanton Solothurn vom kostenlosen Unterrichtsangebot. Interessierte Lehrpersonen können den Unterricht auch selber durchführen und dazu den entwickelten Aktivitäten-Koffer zum Thema Food Waste bestellen. Im Koffer finden sich fixfertiges Material und Aktivitäten, um das Thema gemäss Lehrplan 21 im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung stufengerecht zu behandeln. So kann das Thema umfassend in den Unterricht integriert werden, ohne grosse Vorbereitungszeit für die Lehrpersonen.

Auskunft zum Projekt erteilt gerne die Geschäftsstelle von Region Solothurn im Wandel, info@solothurnimwandel.ch oder 032 625 00 25.

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