Oensingen

Ferienpass Aktion «Dusse pfuse»

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Auch dieses Jahr haben sich wieder 12 Kinder der Herausforderung gestellt, einmal ohne Eltern eine Nacht draussen am Waldrand zu verbringen und das Essen selber zuzubereiten.

Es war bereits späterer Nachmittag, als Thomas Jurt und Patrick Chanton wie jedes Jahr eine Schar noch etwas scheuer und sauber gekleideter Kinder zwischen 4 und 15 Jahren in Empfang nehmen konnte. Die nicht ganz ernst gemeinten Ermahnungen, wonach alle Kinder jegliche Verschmutzungen der Kleider zu vermeiden hätten, um Punkt 20:00 Uhr Nachtruhe sei und am Feuer alle Kinder aufrecht zu sitzen hätten und sich vor dem sprechen mit der Hand zu melden hätten sorgten zu dieser Zeit noch für ein kleines Bisschen Verunsicherung.

Zuerst galt es, in der Bruthitze eine perfekte Infrastruktur herzustellen: einige Zelte wurden für den Wetter-Notfall aufgestellt und das mitgebrachte Material sortiert. Eine Feuerstelle musste ausgehoben werden, Steine und Holz musten zu diesem Zweck en masse aus dem Wald hergeschleppt werden. Immer in der Hoffnung der Leiter, dass dies die Kids etwas ermüden würde. Dies war auch in diesem Jahr ein recht naiver Wunsch.

Hier stellte sich auch heraus, dass es immer noch langjährige Teilnehmer gibt, die die Interpretation des „Dusse pfuse“ nicht mit Assoziationen an ein Jurasüdfuss-Dschungelcamp verbinden. So schaffte es doch tatsächlich einer der beiden Leiter, mit Stumpe und Liegestuhl aufzukreuzen. Da er wenigstens auf Wohnwagen und Strom-Aggregat verzichtete, drückte der Rest der Schar noch einmal ein Auge zu.

Aber auch die jüngeren bekundeten ihre Mühe mit der Interpretation von „Dusse pfuse“ und beherzigte einzig das erste Wort. So konnte die vorbeifahrende Polizeipatroullie ihre Aufmerksamkeit und Ihr Pflichtbewusstsein beweisen, indem sie die gegen Mitternacht aus dem Wald herausleuchtenden Taschenlampen bemerkte und dem Geschrei aus der Waldlichtung auf den Grund gingen. Leider schafften auch sie es nicht, die Fraktion der kreischenden Ladies zu nachhaltiger Ruhe zu bewegen. Oder die Jungs in den Schlafsack zu motivieren.

Der Tag danach

Nach einem Zmorge mit Rösti und Cervelat tauchten allmählich die Eltern auf, welche Ihre Kinder immerhin noch an der Stimme zu erkennen schienen: Geruch und Farbe der Kleidung hatten sich doch sehr den Verhältnissen angepasst und die Augen wirkten schmal. Nach dem Rückbau der Feuerstelle und dem Einsammeln letzter Abfälle konnte das Gelände wieder im Originalzustand zurückgelassen werden.

Gerüchten zufolge sollen einige Dussepfuser den folgenden Samstag hauptsächlich schlafend verbracht haben.

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