An der Kirchgemeinderatsitzung vom 27. April 2011 im Römersaal in Gretzenbach musste der Kirchgemeinderat über die Demission des Präsidenten befinden. Stephan Müller legte sein Amt als Kirchgemeindepräsident nach knapp zehn Jahren mit sofortiger Wirkung nieder. Berufliche Veränderungen fordern vermehrten Einsatz von ihm. Die Arbeit im Kirchgemeinderat wurde immer intensiver und belastender, nicht nur für ihn, sondern auch für sein privates Umfeld.

Mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurde die Demission von Stephan Müller vom Kirchgemeinderat angenommen. Samuel Baumann aus Niedergösgen wird als Vizepräsident interimsmässig die Leitung und Koordination der Kirchgemeinde übernehmen, bis das Amt des Präsidenten neu besetzt werden kann.

S. Müller setzte sich während rund 18 Jahren in verschiedenen Gremien der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde ein. So war er von 1993 bis 2001 als Mitglied der Kirchenkommission Gretzenbach tätig. Zuerst führte er die Kasse und setzte sich für die Öffentlichkeitsarbeiten ein. Im Mai 1998 übernahm er das Präsidium der Kirchenkommission Gretzenbach. Er war Mitglied der Baukommission, die die Möglichkeit eines eigenen Kirchgemeindehauses in Gretzenbach prüfte. Auch präsidierte er die Pfarrwahlkommission, als es darum ging, die Pfarrstelle in Däniken und Gretzenbach neu zu besetzten. Aus verschiedenen Kandidaten wurde Pfarrer Daniel Müller ausgewählt. Er vertrat die Kirchenkommission Gretzenbach seit 1993 im Kirchgemeinderat. Im Juni 2001 wurde er zum Präsidenten der Kirchgemeinde Niederamt gewählt. Im Laufe der ersten Amtsperiode wurde der Kirchgemeinderat auf acht Mitglieder und einen unabhängigen Präsidenten reduziert. Einige Konflikte galt es zu lösen, kleinere und grössere Umbauten in die Wege zuleiten und den Bedürfnissen der verschiedenen Kirchenkommissionen gerecht zu werden. Eines der grössten Bauprojekte während seiner Amtszeit, war die behindertengerechte Umgestaltung des Kirchgemeindehauses Schönenwerd. Schon seit längerer Zeit befasste sich der Kirchgemeinderat mit der Umstrukturierung der Kirchgemeinde. Wo können Synergien genutzt und Einsparungen gemacht werden? Wie sieht die Zukunft der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Niederamt aus? Dies waren Themen, die zu hitzigen Diskussionen führten. Die Leitung der Sitzungen war bestimmt nicht immer leicht und forderte viel Einsatz und Geduld von Stephan Müller.

Im Dezember 2010 wurde schliesslich die revidierte Kirchgemeindeordnung von der Kirchgemeindeversammlung einstimmig genehmigt. Die Pfarrkreise wurden aufgehoben und in Arbeitsgemeinschaften zusammen geführt. Mit dieser Umstrukturierung hat der Kirchgemeinderat nun zukünftig die Möglichkeit, bei Bedarf Veränderungen oder Anpassungen in der Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaften zu beschliessen. Wegen den stetigen Kirchenaustritten entstand die Idee einer flexibleren Kirchgemeindestruktur und nicht zuletzt haben wir aufgrund des Weitblicks und dem Engagement von Stephan Müller dieses Modell zu verdanken.

Der Kirchgemeinderat bedankt sich bei Stephan Müller für seinen unermüdlichen Einsatz für das Wohl der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Niederamt ganz herzlich und wünscht ihm für seinen weiteren Weg viel Erfolg und Zufriedenheit. 

Th.G 01.05.2011