Am 28. April war Richard Jones zu Gast an der Kantonsschule Wettingen. Der Botschafter repräsentiert seit 2012 die EU in unserem Land. Er muss verstehen, was gerade in allen Domänen der Politik passiert und dies nach Brüssel weiterleiten. Zudem ist es seine Aufgabe, die Botschafter der EU-Staaten in Bern zu koordinieren, damit deren Aussagen nicht widersprüchlich wirken.

Richard Jones wies auf die Erfolge der EU hin: Der Anfang der EU lag im Beschluss, Kohle und Stahl gemeinschaftlich friedlich zu nutzen, statt damit Kriege zu führen. Dieser Friede konne seit der Gründung der EU sehr weitgehend gewahrt werden. Unter diesen Bedingungen konnten sich Demokratie und Wirtschaft in Europa erfolgreicher entwickeln als in anderen Teilen der Welt. Die Zusammenarbeit gibt den europäischen Staaten international grösseres Gewicht. "Als eine Union ist man stärker und so hören die USA, China und zum Teil auch Russland zu", sagte der Botschafter mit einem Schmunzeln.

Die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen erhielten Antworten auf Fragen zu aktuellen Herausforderungen der EU, wie zum Beispiel den Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeerraum, dem Bürgerkrieg in der Ukraine oder der Eurokrise. Bezüglich der Schweiz standen die Masseneinwanderungsinitiative und ihre Folgen für die Bilateralen Verträge im Zentrum. Hier zeigte sich Botschafter Jones sehr optimistisch. Die Schweizer Regierung sei sehr bemüht, die Quadratur des Kreises zu erreichen: Verwirklichung des Volkswillens und gleichzeitig Erhalt der Verträge mit der EU.

Die Ausführungen des Botschafters stiessen bei den Anwesenden auf grosses Interesse und auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung suchten viele Schülerinnen und Schüler noch das Gespräch mit dem hohen Gast.

Janine Vögele, Kantonsschule Wettingen, Abt. G2B